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Tour de France im Schatten von Corona: So knallhart werden die Fahrer von der Außenwelt abgeschnitten

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Von: Patrick Mayer

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Anstrengende Tour de France: Julian Alaphilippe vom Team Deceuninck - Quick-Step weint vor Freude nach seinem Sieg auf der zweiten Etappe.
Anstrengende Tour de France: Julian Alaphilippe vom Team Deceuninck - Quick-Step weint vor Freude nach seinem Sieg auf der zweiten Etappe. © Stephane Mantey/dpa

Die Tour de France findet trotz der Coronavirus-Pandemie zwischen dem 29. August und 20. September in Frankreich statt. Verfolgen Sie alle Corona-bedingten Entwicklungen zum Radklassiker hier im News-Ticker. 

Update vom 8. September, 13.54 Uhr: Die Tour de France macht heute an der Atlantikküste halt. Von Île d´Oléron geht es 168,5 Kilometer nach Île de Ré. Derweil hat die französische Regierung sieben neue Corona-Risikogebiete im Land ausgerufen. Damit gelten nach Angaben der Regierung nun 29 der 101 französischen Verwaltungsbezirke als „rote Zonen“.

Die Insel Île d´Oléron liegt im Atlantischen Ozean und gehört zum Département Charente-Maritime. Dort ist die Corona-Lage vergleichsweise entspannt. Aktuell gilt von den Behörden keine Risikoeinstufung.

Tour de France in Corona-Zeiten: Team-“Blasen“ wegen Covid-19

Update vom 31. August, 17 Uhr: Angst vor Corona überall: Die jeweiligen Teams befinden sich während der Tour de France in einer Blase, um einen Ausbruch des heimtückischen Coronavirus im Peleton um jeden Preis zu vermeiden.

Wie diese „Blasen" aussehen, erläuterte jetzt die Süddeutsche Zeitung in ihrem Podcast Und nun zum Sport. Demnach besteht jedes Team inklusive Fahrer aus 30 Personen. Sie dürfen während der Tour (bis 20. September) keinen Kontakt zu niemandem aus ihrem Umfeld haben. Nicht zu Sponsoren, nicht zu Betreuern außerhalb, weder zur eigenen Familie oder zu Freunden oder zu Fahrern oder Mitarbeitern aus anderen Teams noch zu Offiziellen des Radsport-Klassikers.

So wird der Kontakt zu anderen Fahrern auf die Etappen selbst beschränkt. Derweil sorgen Bilder von den ersten Etappen an der Côte d’Azur für Gesprächsstoff. Zu sehen sind tausende Fans an der Strecke, teils dich an dicht stehend. Eigens wurden Korridore für bis zu 5000 Fans eingerichtet.

Zuschauer bei der Tour de France in Mur de Bretagne.
Die Tour de France wird es auch 2020 trotz Corona vor Zuschauern geben. © David Stockman/dpa

Wie die SZ weiter berichtet, sind bei einer üblichen Tour de France (ohne Covid-19-Lage) geschätzt zwischen zehn und zwölf Millionen Fans dabei. Davon sei man in diesem Jahr und in der Corona-Krise weit entfernt.

Tour de France 2020: Wegen Corona Zweifel im Fahrerlager

Update vom 31. August, 10.14 Uhr: Heute findet das letzte Nizza-Rennen der Tour de France statt. Vor Ort wird die Corona-Gefahr vom französischen Gesundheitsministerium nach wie vor als „hoch“ eingeschätzt. Diese Angaben gelten für das gesamte Département Alpes-Maritimes, dessen Hauptstadt Nizza ist. Am Dienstag starten die Fahrer von Sisteron aus. Die Gemeinde liegt im Département Alpes-de-Haute-Provence, wo aktuell von einer „mittleren Gefahr“ auszugehen ist.

Update vom 28. August, 16 Uhr: Mittlerweile wird mehr und mehr bekannt, dass es im Fahrerlager große Zweifel daran gibt, ob die Tour de France in diesem Jahr wegen Corona überhaupt ihren Endpunkt Paris erreichen wird.

„Die Sorge ist da. Das schwebt wie ein Damoklesschwert über uns, dass jeder Tag der letzte sein kann. Das ist sehr schade“, sagte der deutsche Radprofi Tony Martin vor dem Start des Radklassikers im Südfranzösischen Nizza.

Eine Absage wegen Covid-19 während der Frankreich-Rundfahrt - es wäre für die Veranstalter und die Teams gleichermaßen ein Worst-Case-Szenario.

Tour de France 2020: Große Sorgen und Bedenken wegen Corona

Erstmeldung vom 27. August: In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen, und dennoch wird die Tour de France ab dem 29. August ausgetragen - und zwar vor Zuschauern. Ein polarisierendes Thema, weit über das deutsche Nachbarland hinaus.

Die 22 Teams sind beim Radklassiker in regelrechten „Blasen“ abgeschirmt, die Furcht ist groß, dass das heimtückische Coronavirus ins Fahrerfeld gelangt und damit das ganze Sportevent gefährdet. Der Zugang der Fans zu den Radsport-Stars ist deshalb stark limitiert. Und doch gibt es erhebliche Bedenken, ob alles klappt, wie vorgesehen.

Tour de France 2020: Die wichtigsten Fakten zur Frankreich-Rundfahrt

Mehr noch: Der niederländische Radprofi Tom Dumoulin fürchtet bei der 107. Tour de France sogar Corona-Infektionen bei den Sportlern durch Fans am Straßenrand. „Die Botschaft an die Zuschauer muss sein: Tragt eine Maske. Das sollte verpflichtend sein“, sagte Dumoulin in Nizza, wo eine strenge Maskenpflicht herrscht.

Tour de France 2020: Corona-Bedenken rund um die Frankreich-Rundfahrt

Dumoulin berichtete zwei Tage vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt an der Cote d‘Azur von negativen Erfahrungen beim Vorbereitungsrennen Criterium du Dauphine.

Konkret: Im Start- und Zielbereich sowie in den Hotels seien die Sicherheitsvorkehrungen ideal gewesen, erzählte er. „An den Bergen habe ich aber viele Fans ohne Maske gesehen. Sie sind sehr enthusiastisch, wenn wir an ihnen vorbeifahren, das ist normal. Aber auf diesem Weg könnte das Virus in das Peloton gelangen“, sagte der Jumbo-Visma-Profi.

Geht der Plan auf? Oder kommt es zum Corona-Chaos? Verfolgen Sie alle sportpolitischen Entwicklungen rund um die Tour de France hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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