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Ukraine: Russland kurz vor Invasion - USA treffen Vorbereitungen

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Von: Tobias Utz, Nadja Austel, Vincent Büssow, Nail Akkoyun, Marvin Ziegele, Lucas Maier, Delia Friess

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Der Ukraine-Konflikt spitzt sich weiter zu.

Update vom Dienstag, 15.02.2022, 13.28 Uhr: Alle weiteren Entwicklungen im Ukraine-Konflikt finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

+++ 10.00 Uhr: Die USA lassen ihren Warnungen vor einer bevorstehenden Invasion der Ukraine durch Russland Taten folgen. Neben regulären US-Bürgern wurden auch die US-stämmigen Konflikt-Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aufgefordert, die Ukraine zu verlassen. Laut dem Außenministerium der USA seien die Mitarbeiter der Organisation in hohem Maße gefährdet. An der Mission waren zuletzt rund 680 Teilnehmer aus 43 Ländern vor Ort beteiligt.

Die Aufgabe der OSZE-Beobachter bestand vor allem darin zu überprüfen, ob die vereinbarte Waffenruhe in der Ostukraine eingehalten wird. Die Mission wurde nach der Annexion der Krim durch Russland im März 2014 eingerichtet. Seitdem sind im Osten des Landes mehr als 14.000 Menschen getötet worden. Das Außenministerium von Russland teilte mit, dass der Abzug von OSZE-Beobachtern aus der Ukraine ernsthaft beunruhigend sei. Demnach handele es sich bei dem Eingreifen der US-Politik um „Versuche, die Mission zu manipulieren.“

Ukraine-Konflikt: „Kurz vor Krieg in Europa“ – Russland steht kurz vor Invasion

Update vom Montag, 14.02.2022, 07.08 Uhr: Vor der Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Kiew hat der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, die Forderung seiner Regierung nach schweren Waffen aus Deutschland bekräftigt. Die Ukraine brauche 12.000 Panzerabwehrraketen sowie tausend Luftabwehrraketen, um sich gegen einen russischen Angriff verteidigen zu können, sagte Melnyk dem Sender Bild-TV am Sonntagabend (13.02.2022). Nach seinem Besuch in Kiew wird Scholz am Dienstag (15.02.2022) nach Moskau reisen.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) warnte vor einer „brenzligen Situation“. Sie sagte allerdings am Sonntagabend (13.02.2022) in den ARD-Tagesthemen, dass es bislang „keine Anzeichen“ gebe, „dass die kriegerische Auseinandersetzung schon beschlossene Sache ist“. Scholz wolle in Kiew und Moskau über weitere Abrüstungsschritte und mehr Transparenz auf beiden Seiten reden.

Ukraine-Konflikt
Schwerbewaffnete Soldaten Russlands. (Archivfoto) © Marco Longari/AFP

Ukraine-Konflikt: „Kurz vor Krieg in Europa“ – Russland steht kurz vor Invasion

+++ 22.49 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij lädt US-Präsident Joe Biden zu einem baldigen Besuch in seinem Heimatland ein. Selenskij habe Biden in einem Telefonat gesagt, ein solcher Besuch könne für die Stabilisierung der derzeitigen Lage wichtig sein und zur Deeskalation beitragen, teilt Selenskijs Büro mit. Das Weiße Haus äußerte sich dazu zunächst nicht. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf ukrainische Quellen, Biden habe die Idee nicht positiv aufgenommen.

+++ 20.00 Uhr: Die Ukraine fordert binnen 48 Stunden Gespräche mit Russland mit Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Dabei solle gemeinsam mit den anderen OSZE-Mitgliedern die Konzentration des russischen Militärs nahe der Ukraine und auf der annektierten Krim erörtert werden, twitterte Außenminister Dmitro Kuleba. Wenn Russland es ernst meine, müsse es seiner Verpflichtung zu militärischer Transparenz nachkommen, um Spannungen abzubauen und die Sicherheit für alle Seiten zu erhöhen.

Ukraine-Konflikt
Ein russischer Panzer bei einer Militärübung. (Archivbild) © Russian Defence Ministry/AFP

Ukraine-Konflikt: „Kurz vor Krieg in Europa“ – Russland steht kurz vor Invasion

+++ 17.23 Uhr: Vor der Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Kiew und Moskau mehren sich die Warnungen vor einem Angriff Russlands auf die Ukraine. Während die USA am Sonntag erneut erklärten, sie hielten einen derartigen Militärschlag jederzeit für möglich, äußerten sich auch Politiker der deutschen Regierungskoalition zunehmend besorgt. „Es kann sein, dass wir kurz vor einem Krieg in Europa stehen“, sagte Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck dem TV-Sender Welt. Ähnlich äußerte sich dort SPD-Co-Chef Lars Klingbeil.

„Wir können Krieg in der Mitte Europas abwenden“, sagte er und fügte hinzu: „Es steht Spitz auf Knopf.“ Der Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, bekräftigte im Sender CNN, nach US-Erkenntnissen sei ein militärisches Vorgehen Russlands gegen die Ukraine auch vor dem Ende der Olympischen Winterspiele in Peking am Samstag möglich. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wandte sich mit einem öffentlichen Friedensappell an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser hat wiederholt bestritten, Angriffspläne zu hegen.

Ukraine-Konflikt: „Sehr ernste Bedrohung“

+++ 16.20 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete den Konflikt an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine vor seiner Reise in beide Staaten als eine „sehr, sehr ernste Bedrohung des Friedens in Europa.“ Im Falle einer militärischen Aggression gegen die Ukraine, die ihre territoriale Integrität und Souveränität gefährde, käme e zu „harten Reaktionen und Sanktionen“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag (13.02.2022). Diese seien sorgfältig vorbereitet worden und sofort wirksam.

Am Montag (14.02.2022) plant Scholz zunächst in die Ukraine zu reisen, um Gespräche mit Präsident Selenskyi zu führen. Am Tag darauf will der Bundeskanzler Wladimir Putin in Russland treffen. „In beiden Fällen geht es darum, dass wir ausloten, wie wir den Frieden in Europa sichern können“, sagte Scholz.

Gemeinsame Übungen der Militärs von Russland und Belarus.
Gemeinsame Übungen der Militärs von Russland und Belarus. Der Ukraine-Konflikt spitzt sich weiter zu. © Leonid Shcheglov/afp

Ukraine-Konflikt: „Extrem gefährlich“ – Russland steht kurz vor Invasion

+++ 15.16 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck fühlt sich in seiner Haltung bestätigt, dass man der Ukraine Waffen zur Selbstverteidigung liefern sollte. Das passiere ja nun über den Umweg der Nato, sagt der Grünen-Politiker dem TV-Sender Welt. „Und die Ukraine kriegt ja Waffen. Dass Deutschland sich da zurückhält, also nichts an die Ukraine gibt, was letale Wirkung hat – also nichts, was schießt – habe ich zur Kenntnis genommen.“

+++ 13.40 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz wird am Montag nach Kiew reisen, um weitere diplomatische Gespräche zu führen. Im Vorfeld des Treffens hat die Bundesregierung Rüstungshilfe – unterhalb der Schwelle tödlicher Waffen – sowie wirtschaftliche Hilfen für die Ukraine in Aussicht gestellt. Die ukrainische Regierung hatte zuvor eine Wunschliste, was Waffen angeht, zusammengestellt. Laut Angaben des ZDF prüft die Bundesregierung die Liste. Für Montag seien diesbezüglich jedoch keine konkreten Zusagen zu erwarten, hieß es aus dem Umfeld der Regierung. Ganz im Vergleich zu wirtschaftlichen Hilfen: Einzelheiten werde man in Kiew besprechen, war am Sonntagmittag laut Bericht zu vernehmen.

Die Bundesregierung ließ verlauten, dass die Lage im Ukraine-Konflikt derzeit „extrem gefährlich“ sei. Das „besorgniserregende Gesamtbild“ werde man mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj besprechen.

+++ 13.00 Uhr: Russlands Botschafter in Schweden hat mit einem Interview für Empörung gesorgt.* Viktor Tatarinzew sagte der Zeitung Aftonbladet angesichts drohender Sanktionen westlicher Staaten: „Entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, aber wir scheißen auf ihre ganzen Sanktionen.“ Russland halte bereits zahlreiche Sanktionen aus, welche „gewissermaßen eine positive Wirkung auf unsere Wirtschaft und Landwirtschaften“ hätten, so Tatarinzew.

„Neue Sanktionen sind nichts Positives, aber sie sind auch nicht so schlimm, wie der Westen behauptet“, so der russische Botschafter in Schweden. Er warf dem Westen vor, die Mentalität Russlands nicht zu verstehen. „Je mehr Druck der Westen auf Russland ausübt, desto stärker wird die russische Reaktion sein“, betonte er selbstbewusst. Zuvor waren neue Details zur möglichen Invasion Russlands in der Ukraine bekannt geworden (s. Update v. 11.30 Uhr). Ein Geheimdienstexperte der Union hatte zudem die Wahrscheinlichkeit eines Einmarsches eingeordnet (s. Update v. 10.30 Uhr).

Ukraine-Konflikt: Satellitenbilder sollen Truppenbewegungen zeigen

+++ 11.30 Uhr: Grundlage der CIA-Einschätzung, dass Russland kurz vor einer Ukraine-Invasion steht, waren Satellitenbilder. Sie sollen bisher unentdeckte Truppenbewegungen auf der Halbinsel Krim, in Russland und in Belarus zeigen.*

+++ 10.30 Uhr: Roderich Kiesewetter, Geheimdienstexperte der CDU, hält eine Invasion Russlands für ein realistisches Szenario. Aus „militärischer und geostrategischer Sicht“ habe Russland im Februar ein Zeitfenster, „um militärisch in die Ukraine einzugreifen“ oder „geostrategisch wichtige Teile wie die Region Mariupol zu besetzen“, sagte Kiesewetter dem Handelsblatt. „Im Februar wird sich entscheiden, ob der bislang vor allem hybrid geführte Krieg durch Russland auch konventionell wird“, betonte der Fachmann.

Ukraine-Konflikt: Russland steht vor Invasion

+++ 09.15 Uhr: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat erneut vor einer Invasion Russlands in der Ukraine gewarnt. Er betonte: „Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet.“ Klitschko forderte außerdem: „Die Welt muss uns nun beistehen.“

+++ 08.30 Uhr: Die USA haben am frühen Samstagmorgen vor den Plänen Russlands, kommende Woche in die Ukraine einmarschieren zu wollen, gewarnt. Als konkretes Datum wurde Mittwoch (16.02.2022) genannt. Die Warnung geht auf eine Einschätzung des Geheimdienstes CIA zurück. Grundlage dessen sind laut Angaben der US-Regierung Satellitenbilder kommerzieller Art, welche russische Truppenbewegungen zeigen und in dieser Qualität wohl bislang nicht zur Verfügung standen.

US-Medien, wie die New York Times und die Washington Post, berichteten im Nachgang, dass es sich bei der Warnung um eine Taktik handle, die zum Ziel habe, der Diplomatie mehr Zeit einzuräumen. Präsident Joe Biden setzte noch am Samstag ein Zeichen, indem er mit Wladimir Putin am Telefon sprach. Im Gespräch warnte Biden Putin vor den Folgen einer russischen Invasion in der Ukraine. Russland kündigte an, die von den USA erhobenen Forderungen und Vorschläge sorgfältig prüfen zu wollen. Am Dienstag trifft Bundeskanzler Olaf Scholz auf Putin, um zur Deeskalation beizutragen.*

+++ 07.30 Uhr: Die US-Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat offenbar zahlreiche wichtige Dokumente vernichtet. Ein Beamter berichtete der New York Times, dass „angemessene Schritte“ eingeleitet worden seien. Man wolle auf einen Einmarsch Russlands vorbereitet sein. Das Botschaftspersonal wurde zudem massiv reduziert. Die Pläne einer Botschaftsevakuierung waren bereits in der Nacht auf Samstag bekannt geworden: Demnach soll die Zentrale in den Westen des Landes verlegt werden (s. Update v. 12.02.2022, 08.30 Uhr).

Ukrainische Soldaten stehen zusammen und rauchen. Der Aufmarsch russischer Truppen an der ukrainischen Grenze sorgt im Westen seit Wochen für Ängste vor einem möglichen Angriff Moskaus auf die Ukraine, was der Kreml dementiert.
Ukrainische Soldaten stehen zusammen und rauchen. Der Aufmarsch russischer Truppen an der ukrainischen Grenze sorgt im Westen seit Wochen für Ängste vor einem möglichen Angriff Moskaus auf die Ukraine, was der Kreml dementiert. © Vadim Ghirda/dpa

+++ 06.30 Uhr: Die USA haben Russland im Fall des angeblichen U-Boot-Vorfalls widersprochen. Ein Sprecher der US-Marine für den indopazifischen Raum teilte mit: „Die russischen Behauptungen, dass wir in ihren Hoheitsgewässern operieren, sind nicht wahr.“ Er werde sich nicht zum genauen Standort von US-Booten äußern, „aber wir fliegen, segeln und operieren sicher in internationalen Gewässern“, erklärte der Sprecher.

Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerin von einer Auseinandersetzung zwischen einem „Zerstörer“ Russlands und einem U-Boot der USA berichtet. Das U-Boot sei während einer Marineübung Russlands vor den Kurilen-Inseln in russische Gewässer eingedrungen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Interfax. Anschließend hatte Russland den US-Militärattaché einbestellt (s. Update v. 12.02.2022, 17.00 Uhr).

Ukraine-Konflikt: Biden warnt vor „großem Leid“

Update vom Sonntag, 13.02.2022, 05.30 Uhr: Die Lage im Ukraine-Konflikt bleibt weiterhin angespannt. Nachdem die USA am Samstag vor einem unmittelbaren Einmarsch Russlands gewarnt haben, folgten zahlreiche Statements. Der Kreml dementierte mehrfach die Meldungen einer möglichen Invasion, die Ukraine selbst wusste von keinen Plänen Russlands und Deutschland sprach beispielsweise eine Reisewarnung aus.

US-Präsident Joe Biden warnte ein einem Telefonat mit Wladimir Putin vor einer Invasion Russlands. Diese würde „großes menschliches Leid verursachen und das Ansehen Russlands schmälern“, so Biden. Außenministerin Annalena Baerbock erklärte mehrfach, dass man auf alle Szenarien vorbereitet sein müsse. „Unsere Botschaft ist überall dieselbe: Wir sind bereit zum Dialog, aber eine erneute Aggression gegen die Ukraine hätte einen drastischen Preis. Denn wir sehen auf militärischer Ebene keine Zeichen von Deeskalation, im Gegenteil.“ Die Zeichen stehen im Ukraine-Konflikt tatsächlich nicht auf Deeskalation: Seit Freitag wird der russische Truppenaufbau in Belarus forciert. Rund 30.000 Militärkräfte führten dort Übungen durch.

Ukraine-Konflikt
Aufnahmen des russischen Verteidigungsministeriums von der Militärübung. © Russian Defence Ministry/AFP

+++ 22.10 Uhr: Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat am Samstag (12.02.2022) angekündigt, bis auf Weiteres keine Flugziele in der Ukraine mehr anzufliegen. Auf Nachfrage erklärte auch die Lufthansa gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Lage in der Ukraine „sehr genau“ zu beobachten. „Eine Einstellung des Flugverkehrs wird geprüft, zum jetzigen Zeitpunkt gibt es dazu aber keine Entscheidung“, teilte die deutsche Airline der Agentur mit. Ähnlich äußerte sich die französische Fluggesellschaft Air France.

Bereits ein für Samstagabend geplanter Flug nach Kiew war seitens der niederländischen Airline KLM abgesagt worden, nachdem die Regierung in Den Haag eine Reisewarnung veröffentlicht hatte. Im Juli 2014 war eine in Amsterdam gestartete Maschine der Malaysia Airlines über dem Osten der Ukraine abgeschossen worden. Alle 283 Passagiere, darunter 196 Niederländer, sowie 15 Besatzungsmitglieder wurden dabei getötet.

Neben den Niederlanden haben auch mehrere andere europäische Staaten, darunter Deutschland, Spanien, Italien und die Niederlande, ihre Bürger am Samstag zur Ausreise aus der Ukraine aufgerufen und Reisewarnungen verhängt. Zuvor hatten das unter anderem schon Großbritannien, Australien und die USA getan. Das US-Außenministerium kündigte am Samstag an, auch das Personal in seiner Botschaft in Kiew „auf ein absolutes Minimum“ zu reduzieren. Außerdem zieht das US-Militär Kräfte aus der Ukraine ab, die zu Trainingszwecken dort waren.

Ukraine-Konflikt: Biden und Macron telefonieren mit Putin, Scholz reist nach Kiew und Moskau

+++ 19.23 Uhr: US-Präsident Joe Biden wirbt nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin weiter für Diplomatie. Biden habe zudem bekräftigt, dass Russland im Fall eines Einmarsches in die Ukraine mit einer „schnellen und entschiedenen Antwort“ rechnen müsse. Nach Angaben aus dem Umfeld Bidens hat das Telefonat nicht zu einer deutlichen Änderung der bisherigen Positionen geführt. Auch sei unklar, ob Russland gewillt sei, auf Diplomatie zu setzen. Es könne auch sein, dass Putin weiter auf ein militärisches Vorgehen setze.

+++ 17.55 Uhr: Präsident Wladimir Putin hat Berichte über einen unmittelbar bevorstehenden Angriff Russlands auf die Ukraine als „provokative Spekulationen“ zurückgewiesen. In einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron warf der russische Staatschef den westlichen Verbündeten Kiews zudem vor, der Ukraine „moderne Waffen“ zu liefern, wie der Kreml am Samstag (12.02.2022) mitteilte. „Es werden Bedingungen für mögliche aggressive Aktionen der ukrainischen Sicherheitskräfte im Donbass geschaffen.“

Am späten Samstagnachmittag (12.02.2022) telefonierte auch US-Präsident Joe Biden mit Putin, wie das Weiße Haus mitteilte. Für denselben Tag war nach Angaben des Elysée-Palasts außerdem ein Gespräch zwischen Biden, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgesehen.

Ukraine-Konflikt: Zwischenfall mit U-Boot aus den USA im Pazifik

+++ 17.00 Uhr: Ein russisches Kriegsschiff hat nach Angaben aus Moskau nahe den Kurilen im Pazifik ein US-U-Boot vertrieben. Der Zerstörer „Marschall Schaposchnikow“ hat in russischen Gewässern nahe den Kurilen ein US-Unterseeboot aufgespürt, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag (12.02.2022). Nachdem das U-Boot Aufforderungen zum Beidrehen ignorierte, hat der russische Zerstörer „angemessene Maßnahmen ergriffen“, hieß es ohne nähere Erläuterungen. Das U-Boot der USA hat die russischen Gewässer daraufhin „in Höchstgeschwindigkeit“ verlassen.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund starker Spannungen zwischen den USA und Russland wegen der Ukraine-Krise. Russland hat in den vergangenen Wochen nach westlichen Angaben mehr als 100.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Der Truppenaufmarsch sowie russische Militärübungen im benachbarten Belarus und im Schwarzen Meer schüren im Westen die Furcht vor einem Einmarsch in die Ukraine. Moskau weist jegliche Angriffspläne zurück und wirft zugleich Kiew und der Nato „Provokationen“ vor.

+++ 15.42 Uhr: Die Vereinigten Staaten ziehen nach Angaben aus US-Behördenkreisen rund 150 für militärische Ausbildung zuständige Soldaten aus der Ukraine ab. Hintergrund sei die Sorge vor einer Invasion Russlands, erklären zwei mit der Angelegenheit vertraute Behördenvertreter. Gleichzeitig laufen angesichts der wachsenden Sorgen um einen Einmarsch der russischen Truppen die diplomatischen Bemühungen des Westens. US-Präsident Joe Biden und Russlands Staatschef Wladimir Putin wollten noch am Samstag miteinander telefonieren. Der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge erwartet Putin am Samstag auch ein Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Zwischen den Verteidigungsministern der USA und Russlands, Lloyd Austin und Sergej Schoigu, kam es bereits zu dem angekündigten Gespräch; das wurde von beiden Seiten bestätigt. Das US-Verteidigungsministerium teilt außerdem mit, es sei dabei um den Aufmarsch russischer Streitkräfte nahe der Ukraine und auf der von Russland annektierten Krim gegangen. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet ebenfalls von dem Telefonat und beruft sich auf Angaben der russischen Streitkräfte.

Ukraine-Konflikt: Russland kurz vor Invasion – Bundesregierung mit dringender Warnung

+++ 14.00 Uhr: Nach neuerlichen US-amerikanischen Warnungen vor einer russischen Invasion der Ukraine in der kommenden Woche hat sich die Regierung in Kiew verwundert gezeigt. „Falls Sie oder jemand anderes zusätzliche Informationen über einen 100-prozentigen Einmarsch am 16. [Februar, Anm. d. Red.] haben, dann geben Sie uns bitte diese Information“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag. Die Regierung sei durchaus sich bewusst, dass es Risiken gebe.

Ukraine-Konflikt
Schwerbewaffnete Soldaten Russlands. (Archivfoto) © Marco Longari/AFP

Dennoch würde es im öffentlichen Raum zu viele Berichte über einen großen Krieg Russlands gegen die Ukraine geben. Kiew sei zwar auf alles vorbereitet. Doch: „Der beste Freund für die Feinde ist Panik in unserem Land“, so Selenskyj. All diese Informationen würden nur Panik schüren und der Ukraine nicht helfen.

Ukraine-Konflikt: Bundesregierung mit dringender Warnung

+++ 13.20 Uhr: Nachdem das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für die Ukraine ausgesprochen hat, hat sich Außenministerin Annalena Baerbock detailliert vom weiteren Vorgehen Deutschlands im Ukraine-Konflikt geäußert. „Wir werden unsere Botschaft in Kiew offen halten“, sagte sie am Samstagmittag in Kairo, Ägypten. Allerdings werde das Botschaftspersonal massiv reduziert, so Baerbock (s. Update v. 12.00 Uhr). Das betrifft zum Beispiel die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Baerbock erklärte, dass das Treffen zwischen Olaf Scholz und Wladimir Putin am Dienstag von zentraler Bedeutung sei: „Wir sind bereit zum Dialog“, betonte die Außenministerin. Man müsse dennoch auf alle möglichen Szenarien vorbereitet sein.

Ukraine-Konflikt: Russland startet Marinemanöver

+++ 12.45 Uhr: Russland hat inmitten des Ukraine-Konflikts ein Marinemanöver im schwarzen Meer, nahe der Halbinsel Krim, gestartet. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Samstagmorgen mit, dass von Sewastopol und Noworossijsk aus „mehr als 30 Schiffe der Schwarzmeerflotte“ ins Meer gestochen seien. Hintergrund der Militärübung Russlands sei, dass „die Meeresküste der Halbinsel Krim, die Stützpunkte der Streitkräfte der Schwarzmeerflotte“ und die Einrichtungen des „Wirtschaftssektors“ vor möglichen „militärischen Bedrohungen“ zu schützen, hieß es.

Das neueste Marinemanöver verstärkt im Westen die Befürchtungen vor einer Invasion in der Ukraine. Die US-Regierung warnte bereits mehrfach davor. Laut einer Einschätzung der CIA wird mit einem Einmarsch in der kommenden Wochen gerechnet (s. Updates v. 06.00 Uhr und 08.30 Uhr).

Ukraine-Konflikt: Bundesregierung mit dringender Warnung

+++ 12.00 Uhr: Die deutsche Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die Ukraine umgehend zu verlassen. „Wenn Sie sich derzeit in der Ukraine aufhalten, prüfen Sie, ob Ihre Anwesenheit zwingend erforderlich ist. Falls nicht, reisen Sie kurzfristig aus“, teilte das Auswärtige Amt mit. Zuvor hatten die USA vor einer russischen Invasion am Mittwoch gewarnt (s. Updates v. 06.00 Uhr und 08.30 Uhr).

Außenministerin Annalena Baerbock kündigte zudem an, dass Deutschland nicht unbedingt benötigtes Botschaftspersonal aus der Ukraine abziehen wird. Familienangehörige von Botschaftsangehörigen sollen zudem sofort abreisen.

+++ 11.30 Uhr: Die russische Botschaft in den USA hat die Warnungen der CIA vor einer Invasion in der Ukraine als „haltlos“ zurückgewiesen. Derzeit werde „Alarmismus“, ohne Beweise zu haben, verbreitet. Das teilte Botschafter Anatoli Antonow mit. Die USA seien mit einer „Propaganda-Kampagne“ gegen Russland beschäftigt.

Ukraine-Konflikt: USA planen Evakuierung von Botschaft

+++ 08.30 Uhr: Die USA planen offenbar ihre Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu evakuieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP am Samstagmorgen. Demnach hat das US-Außenministerium in der Nacht Pläne veröffentlicht, wonach 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Botschaft die Stadt verlassen sollen.

Vorerst ist eine Verlegung innerhalb der Ukraine vorgesehen: in den äußersten Westen des Landes, nahe der Grenze zu Polen. Sie sollen nicht außer Landes geschafft werden, um die diplomatische Präsenz aufrecht zu erhalten. Bereits am Freitag (11.02.2022) wurden alle US-Bürgerinnen und Bürger aufgefordert die Ukraine zu verlassen. „Die Gefahr ist groß“, betonte der nationale Sicherheitsberater Jack Sullivan. Die CIA rechnet mit einer Invasion Russlands am Mittwoch (s. Update v. 06.00 Uhr).

Ukraine-Konflikt: Biden telefoniert mit Putin

+++ 06.45 Uhr: Die Lage im Ukraine-Konflikt spitzt sich weiter zu. Russland steht Medienberichten zufolge unmittelbar vor einer Invasion (s. Update v. 06.00 Uhr). Unter anderem deshalb wurde ein Telefonat zwischen Wladimir Putin und Joe Biden für Samstag angesetzt. „Sie werden am Samstagmorgen sprechen“, sagte ein US-Regierungsvertreter am Freitag. Russland habe zunächst ein Telefonat für Montag vorgeschlagen, so der Sprecher. „Wir haben dann Samstag vorgeschlagen, und sie haben es angenommen.“ Samstagmorgen in Washington D.C. entspricht dem Mittag oder frühen Nachmittag in Deutschland.

Ukraine-Konflikt: Russland steht kurz vor Invasion

Update vom Samstag, 12.02.2022, 06.00 Uhr: Russland wird offenbar in der Ukraine einmarschieren. Das legen Medienberichte nahe. Demnach rechnet die US-Regierung mit einer Invasion in der kommenden Woche. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel. Zuvor hatte bereits das US-Medium PBS News Hour berichtet, dass Russlands Präsident Wladimir Putin seine Entscheidung dem Militär mitgeteilt habe. Teil davon waren demnach konkrete Routen. Laut den Berichten steht der kommende Mittwoch (16.02.2022) als Zeitpunkt der Invasion fest.

 „Wie zuvor schon gesagt, sind wir in einem Zeitfenster, in dem jederzeit eine Invasion beginnen könnte.“ Dies könnte auch während der Olympischen Winterspiele 2022* sein, die derzeit in China* stattfinden. Das US-Außenministerium hat US-Staatsbürger bereits dazu aufgefordert, die Ukraine umgehend zu verlassen.

(df/nak/lm/tu/marv/na/vbu mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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