Stimmen zu Frankreich - Deutschland

„Pech“: Löw analysiert Pleite gegen Frankreich und weiß, wie man Tor verhindern hätte können

Das DFB-Team verlor seinen EM-Auftakt gegen Weltmeister Frankreich. Nach dem Spiel stellten sich Bundestrainer Jogi Löw und die Spieler den Mikrofonen. Die Stimmen zum Spiel.

  • Deutschland traf beim EM-Auftakt auf Weltmeister und Topfavorit Frankreich.
  • Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich nach der Auftakt-Niederlage optimistisch.
  • Wir fassen die Stimmen zur Partie Frankreich gegen Deutschland auf ZDF zusammen.

München - Endlich! Das DFB-Team startet in die Fußball-Europameisterschaft*. Dabei gab es zum Auftakt mit Weltmeister Frankreich eine hohe Hürde zu bewältigen. Bei der vergangenen EM* war für das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Halbfinale gegen die „Equipe Tricolore“ Endstation.

Der letzte Sieg von Deutschland datiert aus dem Jahre 2014, als Mats Hummels mit seinem Kopfball im WM-Viertelfinale das goldene Tor erzielte* und so den Grundstein für den Titel wenige Tage später legte.

Doch diesmal kam es anders, mit 0:1 musste sich die DFB-Elf geschlagen geben, nach dem Spiel stellten sich einige Akteure dem ZDF-Mikrofon. Wir fassen für Sie die Stimmen der EM-Partie zwischen Frankreich und Deutschland zusammen.

Toni Kroos nach der Partie über...

... die Niederlage: „Ich glaube, dass wir relativ viel von dem umgesetzt haben, was wir wollten. Wir haben in meinen Augen ein gutes Spiel gemacht und hatten nicht weniger Chancen als die Franzosen. Ein unglückliches Tor hat das Spiel entschieden.“

... die irregulären Tore der Franzosen: „Wenn es Abseits ist, ist es Abseits. Das gehört dazu.“

... das Eigentor: „Es ist eine Aktion, die man neun von zehn Mal geklärt bekommt.“

... das Spiel: „Dass sie Klasse haben und dass wir diese nicht über 90 Minuten ausschalten können, war uns klar. Wir haben sehr viel kontrolliert, ich habe relativ wenige Konter von Frankreich gesehen. Wir hätten oft mehr draus machen können, um in Situationen noch eine Chance herauszuspielen.“

... den Druck nach der Niederlage: „Wenn du das erste Spiel verlierst und nur drei Gruppenspiele hast, ist der Druck groß. Da brauchen wir uns nicht drüber unterhalten.“

Joachim Löw nach der Partie über...

... die Niederlage: „Es war ein brutal intensives Spiel, wir haben alles in die Waagschale geworfen und gefightet bis zum Schluss. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Ein Eigentor hat das Spiel entschieden. Die Durchschlagskraft im letzten Drittel hat uns gefehlt.“

... das Eigentor: „Da kann man ihm keinen Vorwurf machen, das ist Pech. Der Ball kommt scharf nach innen. Man hätte vorher den Einwurf klären können, für Mats war es schwierig, den Ball zu klären.“

... das Spiel seines Teams: „Wir haben versucht, über die Außen zu spielen. Wir wussten, dass sie in der Mitte eng gestaffelt und zweikampfstark sind. Wir mussten mit Flanken operieren, Gosens und Kimmich haben unglaublich viel gemacht in der Offensive. Und ja, auch die Chance von Serge Gnabry...“

... den Gegner Frankreich: „Wir wussten, dass Frankreich extrem gut kontert. Wir konnten nicht immer alles unterbinden. Sie sind unheimlich schnell vorne. Wir wussten, wenn wir viel riskieren müssen, dass Frankreich im Konterspiel gut ist.“

... den kommenden Gegner Portugal: „Morgen müssen wir einige Dinge aufarbeiten. Danach geht der Blick nach vorne. Jetzt haben wir verloren, aber es ist noch alles möglich, wir haben noch zwei Spiele und da können wir noch alles gerade biegen.“

Joshua Kimmich nach der Partie über...

... die Niederlage: „Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft hatten die Dominanz im Spiel und kommen durch ein sehr, sehr unglückliches Gegentor in Rückstand. Ansonsten gab es auf beiden Seiten relativ wenig Torchancen. Wir haben es verpasst, komplett Risiko zu gehen und komplett aufzumachen. Ja, schade. Ein Punkt wäre verdient gewesen.

... die positiven Schlüsse aus dem Spiel: „Wir haben das Niveau, um hier bei den Topteams mithalten können. Frankreich ist ein Topfavorit. Und wir müssen im nächsten Spiel zeigen, dass wir auch ein Topfavorit sind.“

Paul Pogba (Frankreich) nach der Partie über...

... den Sieg: „Das war der Start für uns und es war sehr wichtig, mit drei Punkten zu starten. Wir haben gegen Deutschland gespielt, da muss man nicht viel erklären. Ein sehr starkes Team, das uns viel Ärger gemacht hat, aber wir haben dagegen gehalten. Wir wollten diesen Sieg unbedingt.“

... die mitgereisten Fans: „Liebe Fans, einen großen Dank! Es ist eine Freude zu sehen, wie ihr Stimmung macht. Auch die deutschen Fans waren super, das ist Fußball! Ohne Fans ist er etwas ganz anderes.

Didier Deschamps (Trainer Frankreich) nach der Partie über...

... die Partie: Es war ein tolles Spiel gegen eine starke deutsche Mannschaft. Ich wusste, dass meine Mannschaft bereit ist. Mit dem zweiten Tor wären wir auf der sicheren Seite gewesen, aber so viel haben wir auch nicht gelitten in der zweiten Halbzeit. Ein Spiel zwischen zwei Starken Mannschaften auf hohem Level. Es war ein großes Spiel, es hätte ein Finale oder ein Halbfinale sein können. Die drei Punkte aus dem Spiel werden sehr wichtig sein. Wir waren da, wir waren zur Stelle. Dieser Sieg tut gut.“

Joachim Löw (Bundestrainer) vor der Partie über...

... die Aufstellung: „Ich glaube, dass wir auf einer Seite defensiv mit der Dreierkette in der Mitte gut stehen müssen, weil doch viele Angriffe dort in die Schnittstelle kommen. Wir brauchen aber auf der anderen Seite in unserem Offensivspiel über außen gute Leute, die Franzosen Pogba, Rabiot und Kanté werden die Mitte zu machen . Darum habe ich mich entschieden, Kimmich außen spielen zu lassen. Wir haben mehr Möglichkeiten, über außen zu kommen.“

... das zentrale Mittelfeld: „Emre Can kann man immer bringen. Kroos und Gündogan müssen in der Defensive gute Arbeit leisten, plus Unterstützung von einem Innenverteidiger: Rüdiger und Ginter müssen auch raus auf der Seite. Aber Kroos und Gündogan müssen sehen, dass sie die Passwege zustellen.“

... die Schwächen des Gegners: „Nach vorne gibt es wenige, sie sind Individualisiten. Sie tauchen überall auf und haben viele Lösungen durch ihr Talent, ihre Fähigkeiten und ihre Individualität. In ihrer Defensive liegen logischerweise die Schwachstellen, weil die Offensivspieler wie Mbappé und Griezmann nicht immer hundertprozentig nach hinten arbeiten.“

... den Rückkehrer Thomas Müller: „Wenn nicht hier, wo dann. Das ist sein Wohnzimmer hier, er hat viele Tore erzielt. Wir sind frohe, dass wieder Zuschauer dabei sind, das bringt die Emotionen wieder rein, das bringt schon viel.“

(smk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Ulmer/imago-images

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