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Frachtflugzeug in Griechenland abgestürzt: Acht Todesopfer - „Toxisches Gut“ setzt giftige Dämpfe frei

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Von: Jennifer Lanzinger

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Flugzeugabsturz
Die Trümmer des abgestürzten Antonow-Frachtflugzeugs. © Giannis Papanikos/AP/dpa

Nach dem Absturz eines Frachtflugzeugs in Griechenland haben Behörden die Anwohner aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Giftige Dämpfe verbreiten sich offenbar rasch.

Update vom 17. Juli, 12 Uhr: Giftige Dämpfe hatten bereits einen ersten Verdacht aufkommen lassen, nun ist es Gewissheit: an Bord des Frachtflugzeugs, das Samstagabend im Norden Griechenlands abgestürzt ist, sollen sich 11,5 Tonnen Munition befunden haben. Das bestätigte der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Belgrad, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtet.

Dabei soll es sich um Munition für Mörser handeln, die in Serbien produziert werden. Das Flugzeug hätte demnach alle erforderlichen Genehmigungen für den Transport gehabt. Behauptungen in Medien, dass die Antonow Waffen von Serbien in die Ukraine transportieren sollte, wies der Minister zurück.

Die Fracht sei am Samstagabend am Flughafen von Nis geladen worden, sagte Stefanovic weiter. Anschließend habe sich das Flugzeug auf den Weg nach Bangladesch gemacht, vorgesehene Zwischenstopps waren Jordanien und Saudi-Arabien. Über der nördlichen Ägäis hatte der Pilot Probleme mit dem Triebwerk gemeldet und eine Notlandung beantragt. Die Maschine schaffte es jedoch nicht mehr zum nächsten Flughafen - sie stürzte in der Nähe zweier Dörfer auf ein Feld. Anschließend waren stundenlang Explosionen zu hören, Feuerwehrleute stellten giftig-beißenden Geruch fest und sperrten das Gebiet ab.

Frachtflugzeug in Griechenland abgestürzt: Acht Todesopfer - Giftige Dämpfe registriert

Ursprungsmeldung vom 17. Juli 2022: Kavala/Griechenland - Alle acht Besatzungsmitglieder sind bei dem Unglück in Griechenland ums Leben gekommen. Nach dem Absturz des Frachtflugzeugs sorgt jedoch auch die Fracht nun für Sorgen, laut Staatssender ERT soll die Antonow An-12 nämlich rund zwölf Tonnen „toxisches Gut“ an Bord gehabt haben. Das Bürgerschutzministerium schickte eine entsprechende Warn-SMS an die Anwohner, sie sollen ihre Fenster schließen und ihre Häuser nicht verlassen. Die Klimaanlagen sollten ausgeschalten werden. Am Unglücksort verbreiten sich währenddessen beißende Dämpfe. Um was genau es sich bei der Fracht handelte, wurde zunächst nicht bekannt.

Frachtflugzeug in Griechenland abgestürzt: Acht Todesopfer - Giftige Dämpfe registriert

Die Antonow war Berichten zufolge im serbischen Nis gestartet und auf dem Weg nach Amman in Jordanien, als der Pilot Probleme mit einem Triebwerk meldete und eine Notlandung auf dem Flughafen der Stadt Kavala beantragte. Beim Flug-Tracker Flightradar24 war zu sehen, wie das Flugzeug nahe der Halbinsel Chalkidiki über der Nordägäis den Kurs Richtung Kavala änderte - doch bis dahin schaffte es die Crew nicht mehr. Der Flieger stürzte nahe den Dörfern Paleochori und Antifilippi weniger als 40 Kilometer von Kalava entfernt auf unbewohntem Gebiet ab.

Wie die dpa berichtet, sahen Anwohner den Absturz der Maschine, die bereits in der Luft Feuer gefangen haben soll. Etliche Augenzeugen filmten den Absturz mitten in der Nacht. Zunächst rückte ein Großaufgebot aus Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei an, doch schon bald zogen sich die Rettungskräfte zurück. „Obwohl wir Masken trugen, war die Luft unerträglich. Es gab nicht nur Rauch, sondern auch beißende Dämpfe“, sagte ein Feuerwehrmann gegenüber Journalisten. Zwei seiner Kollegen seien mit Atemwegsproblemen ins Krankenhaus gebracht worden.

Griechenland: Flugzeug hatte offenbar „toxisches Gut“ an Bord - Explosionen in den Überresten zu hören

Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Pangeo, Filippos Anastasiadis, bestätigte noch in der Nacht, dass die Maschine „gefährliches Material“ geladen hatte. Es habe sich vermutlich um Munition gehandelt, sagte er gegenüber dem Staatssender ERT und versicherte, dass es keine chemischen oder nuklearen Kampfstoffe seien. Das Militär sei auf dem Weg zur Unglücksstelle.

Noch Stunden nach dem Absturz waren aus den brennenden Überresten der Maschine Explosionen zu hören. Die Trümmer der Antonow sollen in einem Umkreis von 800 Metern verteilt liegen, das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Experten sagten im Fernsehen, bei Begriffen wie „toxisches Gut“ könne es sich um viele verschiedene Dinge handeln, um Munition, um Waffen, aber beispielsweise auch um Batterien für militärische Zwecke, die bei einem Brand ebenfalls giftige Gase freisetzen würden.

Erst vor wenigen Tagen spielte sich in Griechenland eine weitere Tragödie ab, denn es brennt auf der griechischen Urlaubsinsel Samos. Das Feuer war zwischenzeitlich außer Kontrolle. Dann stürzte ein Löschhubschrauber ins Meer.

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