170 Beamte waren zuvor im Einsatz

Polizisten nach Rap-Konzert bedroht - „Wir stechen euch ab, Scheißbullen!“

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Bonez MC (rechts) RAF Camora (links) bei einer Preisverleihung. Am Freitagabend traten beide in München auf. (Archivbild)

Beim Rapkonzert von RAF Camora und Bonez MC in München war viel Polizei im Einsatz. Es kam zu zwei Festnahmen. Daraufhin wurden die Beamten massiv bedroht.

  • Am Freitagabend traten RAF Camora und Bonez MC in München auf.
  • Die Polizei verhaftete anschließend zwei Musiker.
  • Die Beamten wurden daraufhin massiv bedroht.

München - Am Freitagabend (6. Dezember) fand in der Olympiahalle ein Konzert der beiden Deutsch-Rapper RAF Camora und Bonez MC statt. Beide traten bereits im Februar in München auf. (tz.de berichtete*) Damals kam es zu zahlreichen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, auch eine Vielzahl an Fahrten unter Drogeneinfluss habe demnach stattgefunden. 

Konzert von RAF Camora und Bonez MC in München: 170 Beamte im Einsatz

Aufgrund der Erfahrung aus dem Februar waren deshalb am Freitagabend etwa 170 Polizeibeamte im Einsatz. Darunter Beamte des Kriminalfachdezernats 8 (Betäubungsmittelkriminalität), speziell geschulte Beamte zur Verfolgung von Fahrten mit Fahrzeugen unter Drogeneinfluss sowie Einheiten der Münchner Einsatzhundertschaft und des Unterstützungskommandos (USK). Der Großteil der Einsatzkräfte war für Verkehrsmaßnahmen und die Gewährleistung einer friedlichen und sicheren Veranstaltung zuständig. 

In Verlauf des Abends kam es zu 22 Anzeigen gegen das Betäubungsmittelgesetz und einiger anderer Straftaten wie Diebstahl oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Zusätzlich stellten die Beamten 31 Fahrten unter Drogeneinfluss fest. 

Video: Fußballer David Alaba mit RAF Camora und der 187 Straßenbande befreundet

Nach Rap-Konzert: Polizei verhaftet zwei Musiker und wird massiv bedroht

Nach dem Konzert wurden zwei Musiker festgenommen, da gegen sie richterliche Beschlüsse vorlagen. „Diese Personen sind derzeit noch in Haft“, teilte ein Sprecher mit. Nähere Angaben zu den Festgenommenen machte er nicht.

Infolge der Verhaftung kam es insbesondere auf dem Instagram-Account der Münchner Polizei zu zahlreichen Anfeindungen, Beleidigungen und Bedrohungen gegen die Beamten. „Unter anderem wurden wir mit ‚Wir stechen euch ab, ihr Scheißbullen‘ bedroht“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Vorsorglich wurde die Kommentarfunktion abgeschaltet.

In München wurde ein Polizeibeamter im Rahmen einer Kontrolle mit einem Messer angegriffen. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich zu melden.

„Wir prüfen alle Äußerungen strafrechtlich und zeigen die User konsequent an“, hieß es weiter. Die aufgefallenen Nutzer würden außerdem an Instagram gemeldet. Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Grundrecht und die Polizei München will sich auch in Zukunft kritischen Äußerungen stellen. Sie betont jedoch, dass weder das Internet noch Veranstaltungen aller Art ein rechtsfreier Raum sind. Gesetzesverstöße würden nicht toleriert.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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