Kanal greift Klischees auf

Münchner werden auf die Schippe genommen - Strippenzieher verrät: „Verleihe meinem Frust Stimme“

Münchner beim Ausflug in die Berge. Bei der Ankunft auf dem Gipfel stellt sich mitunter ein Gefühl der Erhabenheit ein. Ein Instagram-Kanal greift diesen Umstand auf (Symbolbild).
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Münchner beim Ausflug in die Berge. Bei der Ankunft auf dem Gipfel stellt sich mitunter ein Gefühl der Erhabenheit ein. Ein Instagram-Kanal greift diesen Umstand auf (Symbolbild).

Ein beliebter Instagram-Kanal befasst sich auf amüsante Weise mit den Tücken des Lebens in München. Der Macher verfolgt damit aber auch ein seriöses Ziel.

  • Schickimicki-Hauptstadt München*? Auf einem Instagram-Kanal werden gängige Klischees über die Isar-Metropole behandelt.
  • Knapp 25.000 User sind bereits Fans der „selbstgemachten“ Kreationen.
  • Der Macher des Kanals verfolgt mit seinem Zeitvertreib auch ein seriöses Ziel.

Update vom 23. Juli, 16.12: Wer steckt hinter der von vielen gefeierten Instagram-Seite @memesmunich (für eine Definition des Online-Phänomens „Meme“ siehe Orginalmeldung)? Das ist nicht genau bekannt. Der tz* gegenüber verriet der Macher aber so viel: Er ist Student der Luft- und Raumfahrtechnik und lebt im Münchner Süden. Seinen Namen möchte er lieber nicht nennen.

Die Idee zu seinem Projekt kam ihm während eines Praktikums, bei dem er „eher weniger zu tun“ hatte. „Ich finde, in München läuft politisch so manches schief und die Memes helfen mir dabei, meinem Frust Stimme zu verleihen“, so der 21-Jährige. Er betreibe die Seite eigentlich nur zum Zeitvertreib - „im besten Fall kann ich aber Menschen politisch erreichen und auf Themen aufmerksam machen.“

Instagram-Post dürfte genervten Anwohnern aus der Seele sprechen: „Wie sich Münchner fühlen, nachdem sie ...“

Originalmeldung vom 21. Juli 2020: München - Schon gewusst? Wer in Grünwald das Thema Autobahnring zur Sprache bringt, muss damit rechnen, von wütenden Bewohnern mit einer Schusswaffe bedroht zu werden. Die Geländelimousine will schließlich vor der Haustür geparkt werden: Nur eines von zahlreichen Vorurteilen über München und seine Bewohner, die die Macher von memesmunich auf Instagram ironisch aufbereiten.

München: Instagram-Kanal bereitet gängige Vorurteile über Isar-Metropole auf

Ein Meme wird als die „Verbreitung eines kleinen Medieninhalts mit einer meist humoristischen, manchmal auch satirischen (...) und gesellschaftskritischen Aussage“, definiert. Im Münchner Fall legen die Macher des Kanals einfach eine schlichte schwarze Schrift über ein passendes Bild. Insgesamt 24.000 Instagram-User (Stand 21. Juli) sind Fans der „selbstgemachten“ Kreationen.

Neben zeitlosen Vorurteilen über die Isar-Metropole sind auch aktuelle Entwicklungen Thema bei memesmunich. „Münchner, nachdem sie sich ein Schlauchboot gekauft haben und das Fahren auf der ganzen Isar verboten wurde“, war etwa Mitte Juli ein Beitrag überschrieben. Garniert wurde das Posting mit einem finster drein blickenden Donald Trump, der wütend über eine Wiese stapft. 2.464 Instagram-Usern gefällt das.

München und seine Stadtviertel: Viele Eigenheiten kaum bekannt

Wer neu in der Stadt ist, kann sich über den Kanal über die „Eigenheiten“ der einzelnen Stadtviertel aufklären lassen. Der dörfliche Charakter des Pfanzeltplatzes dürfte in einem Reiseführer über München eher nicht beworben werden. Der Macher des Kanals weist daraufhin: „Wenn du statt Neuperlach versehentlich in Perlach aussteigst und im München des 18. Jahrhunderts gelandet bist“.

Instagram-Beitrag dürfte genervten Anwohnern aus der Seele sprechen: „Wie sich Münchner fühlen, nachdem sie ...“

Auch Bewohner des Umlands, die mit dem Ansturm der Outdoor-Touristen* aus München zu kämpfen haben, dürften auf passende Inhalte stoßen. „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (weltbekanntes Ölgemände von Caspar David Friedrich) rastet im Zuge eines Uploads vom 9. Juni symbolisch über seinem Hausberg. 

Der Macher des Instagram-Kanals ordnet ein: „Wie sich Münchner fühlen, nachdem sie einmal den Herzogstand hochgewandert sind“. (lks)

Auf Instagram schmücken sich Influencer gerne mit teuren Luxus-Uhren. Oft handelt es sich jedoch um Fake-Produkte. Ein Duo aus München klärt auf.*Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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