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Nasa-Chef warnt: China könnte den Mond besetzen – Sprecher reagiert entrüstet

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Von: Tanja Banner

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Die Nasa arbeitet an der Rückkehr der USA zum Mond und auch China peilt den Mond an. Der Nasa-Chef warnt vor den chinesischen Raumfahrt-Plänen.

Update vom Dienstag, 5. Juli: China reagiert auf die Warnung von Nasa-Chef Bill Nelson, die Volksrepublik könne den Mond besetzen und habe ein militärisches Weltraum-Programm. „Es ist nicht das erste Mal, dass der Chef der Nasa Fakten ignoriert und unverantwortlich über China spricht“, erklärt Zhao Lijian vom chinesischen Außenministerium, wie Reuters berichtet. „Die US-Seite hat eine ständige Verleumdungskampagne gegen Chinas normale und vernünftige Weltraumbestrebungen aufgebaut“, heißt es weiter. China wehre sich entschieden gegen solche „unverantwortlichen Äußerungen“. Die Volksrepublik lehne jegliches Wettrüsten im Weltraum und die Bewaffnung dessen ab, sagte er.

Nasa-Chef spricht Warnung aus: China könnte Mond besetzen

Erstmeldung vom Samstag, 2. Juli: Washington D.C. – Vor knapp 50 Jahren sind zum letzten Mal Astronauten auf dem Mond gelandet. Seit einiger Zeit wollen die USA wieder zum Mond, der erste Teil des „Artemis“-Programms der US-Raumfahrtorganisation Nasa, ein Flug der neuen Mondrakete um den Erdtrabanten, könnte im Sommer oder Herbst 2022 starten. Doch bis die ersten Menschen wieder auf dem Mond landen, dürften noch einige Jahre vergehen – offiziell ist 2025 angepeilt, Fachleute gehen jedoch davon aus, dass es länger dauert. Eine andere Nation könnte den USA gar zuvorkommen: China hat ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm und arbeitet daran, Menschen auf den Mond zu befördern.

Eine chinesische Rakete wird für den Start vorbereitet. Mit ihr sind drei chinesische Astronauten ins All geflogen. Der Nasa-Chef warnt vor dem chinesischen Weltraum-Programm: „Es ist ein militärisches Weltraum-Programm“. (Archivbild)
Eine chinesische Rakete wird für den Start vorbereitet. Mit ihr sind drei chinesische Astronauten ins All geflogen. Der Nasa-Chef warnt vor dem chinesischen Weltraum-Programm: „Es ist ein militärisches Weltraum-Programm“. (Archivbild) © dpa/XinHua

Nun warnt Nasa-Chef Bill Nelson gegenüber der Bild vor dem chinesischen Weltraumprogramm: „Wir müssen sehr besorgt darüber sein, dass China auf dem Mond landet und sagt: Das gehört jetzt uns, und ihr bleibt draußen“. Nelson, der als Politiker selbst einmal als Astronaut im Weltall war, fügt hinzu: „Chinas Weltraum-Programm ist ein militärisches Weltraum-Programm.“ Anders als beim „Artemis“-Programm der Nasa seien die Chinesen nicht gewillt, ihre Forschungsergebnisse zu teilen und den Mond gemeinsam zu nutzen. „Es gibt ein neues Rennen zum Weltraum – diesmal mit China.“

Nasa-Chef warnt vor Chinas Weltraum- und Mond-Programm

Die Volksrepublik hat in den vergangenen Jahren in der Raumfahrt einige aufsehenerregende Programme gestartet. So hat China bereits mehrere Rover auf dem Mond – unter anderem als erste Nation auf der Rückseite – gelandet und Mondgestein zur Erde zurückgebracht. Außerdem ist China im vergangenen Jahr im ersten Anlauf die Landung eines Rovers auf dem Mars gelungen. Derzeit arbeitet die Volksrepublik am Aufbau einer Raumstation. Chinesischen Staatsmedien zufolge soll in den 2030er Jahren eine permanente Station auf dem Mond entstehen. Die Forschungsstation soll gemeinsam mit Russland aufgebaut und betrieben werden.

Doch welche militärischen Zwecke könnte China im Weltraum verfolgen? Nelson erklärt gegenüber der Bild: „Nun, was glauben Sie, was auf der chinesischen Raumstation passiert? Sie lernen dort, wie man die Satelliten von anderen zerstört.“ Der Nasa-Chef wirft China außerdem Technologiediebstahl vor: „China ist gut. China ist aber auch deshalb gut, weil sie die Ideen und Technologien von anderen stehlen.“

Die USA (hier: Nasa-Astronaut Buzz Aldrin) waren die ersten auf dem Mond und wollen auch die ersten sein, die auf ihn zurückkehren. Doch China könnte schneller sein. (Archivbild)
Die USA (hier: Nasa-Astronaut Buzz Aldrin) waren die ersten auf dem Mond und wollen auch die ersten sein, die auf ihn zurückkehren. Doch China könnte schneller sein. (Archivbild) © Nasa/dpa

Nasa will zum Mond zurückkehren – China will erstmals dort landen

China hat in den vergangenen Jahren Milliardensummen in sein Raumfahrtprogramm gesteckt und auch die USA arbeiten bereits seit Jahren an der Rückkehr zum Mond. Als Mondlandefähre für die „Artemis“-Missionen hat die Nasa das „Starship“ von SpaceX ausgewählt. Die Rakete, mit der die Astronauten und Astronautinnen (dieses Mal soll erstmals eine Frau den Mond betreten) zum Mond fliegen sollen, wird in den USA seit Jahren gebaut und steht kurz vor ihrem ersten Flug.

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Im Dezember 1972 verließen die letzten beiden Nasa-Astronauten den Mond. Es waren Eugene Cernan und Harrison Schmitt, die im Rahmen der Nasa-Mission „Apollo 17“ 22 Stunden und zwei Minuten auf dem Mond verbrachten. In den kommenden Jahren wollen die USA wieder ihre Flagge auf dem Mond hissen – doch China könnte der stolzen Raumfahrtnation zuvorkommen und wäre dann die zweite Nation, der die Landung von Menschen auf dem Mond gelingt. (tab)

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