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Flugzeugabsturz in Griechenland: Flieger hatte offenbar tonnenweise Munition an Bord

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Von: Nail Akkoyun

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In Griechenland kommt es zu einem Flugzeugabsturz einer ukrainischen Frachtmaschine. Die Menschen sollen ihre Häuser nicht verlassen.

Update vom Sonntag, 17. Juli, 10.30 Uhr: An Bord des Frachtflugzeugs, das Samstagabend nahe der nordgriechischen Stadt Kavala abgestürzt ist, sollen sich 11,5 Tonnen Munition befunden haben. Das sagte der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Belgrad, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete. Es handele sich um Munition für Mörser, die in Serbien produziert werde. Das Flugzeug habe alle erforderlichen Genehmigungen für den Transport gehabt. Behauptungen in Medien, dass die Antonow Waffen von Serbien in die Ukraine transportieren sollte, wies der Minister zurück.

Die Fracht sei am Samstagabend am Flughafen von Nis geladen worden, sagte Stefanovic weiter. Anschließend habe sich das Flugzeug auf den Weg nach Bangladesch gemacht, vorgesehene Zwischenstopps waren Jordanien und Saudi-Arabien.

Über der nördlichen Ägäis hatte der Pilot Probleme mit dem Triebwerk gemeldet und eine Notlandung beantragt. Die Maschine schaffte es jedoch nicht mehr zum nächsten Flughafen – sie stürzte in der Nähe zweier Dörfer auf ein Feld. Anschließend waren stundenlang Explosionen zu hören, Feuerwehrleute stellten giftig-beißenden Geruch fest und sperrten das Gebiet ab.

Flugzeugabsturz in Griechenland: Mindestens acht Menschen ums Leben gekommen

Erstmeldung vom Sonntag, 17. Juli: Kavala – Nahe der nordostgriechischen Stadt Kavala ist am späten Samstagabend (16. Juli) ein ukrainisches Frachtflugzeug vom Typ Antonow An-12 abgestürzt. Medienberichten zufolge waren acht Menschen an Bord, niemand überlebte das Unglück. Die Anwohnerinnen und Anwohner in der Umgebung wurden aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten und ihre Klimaanlagen nicht anzuschalten.

Das Bürgerschutzministerium verschickte eine entsprechende Warn-SMS. Die Antonow An-12 soll zwölf Tonnen „toxisches Gut“ an Bord gehabt haben, berichtete der Staatssender ERT in der Nacht zum Sonntag (17. Juli). Um was genau es sich bei der Fracht handelte, wurde zunächst nicht bekannt.

Trümmer des Antonow-Frachtflugzeugs sind an der Unglücksstelle in Nordgriechenland zu sehen, nachdem es in der Nähe der Stadt Kavala abgestürzt ist.
Trümmer des Antonow-Frachtflugzeugs sind an der Unglücksstelle in Nordgriechenland zu sehen, nachdem es in der Nähe der Stadt Kavala abgestürzt ist. © Giannis Papanikos/dpa/AP

Griechenland: Pilot beantragte Notlandung – Menschen filmen Flugzeugabsturz

Die ukrainische Antonow war Berichten zufolge im serbischen Nis gestartet und auf dem Weg nach Amman in Jordanien, als der Pilot Probleme mit einem Triebwerk meldete und eine Notlandung auf dem Flughafen der Stadt Kavala beantragte. Beim Flug-Tracker Flightradar24 war zu sehen, wie das Flugzeug nahe der Halbinsel Chalkidiki über der Nordägäis den Kurs Richtung Kavala änderte – doch bis dahin schaffte es die Crew nicht mehr. Der Flieger stürzte nahe den Dörfern Paleochori und Antifilippi weniger als 40 Kilometern von Kalava entfernt auf unbewohntem Gebiet ab.

In der Umgebung sahen und filmten etliche Menschen den Absturz des Flugzeugs, das bereits in der Luft brannte und deshalb am Nachthimmel deutlich auszumachen war. Zunächst rückte ein Großaufgebot aus Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei an, doch schon bald zogen sich die Rettungskräfte zurück. „Obwohl wir Masken trugen, war die Luft unerträglich. Es gab nicht nur Rauch, sondern auch beißende Dämpfe“, sagte ein Feuerwehrmann gegenüber Journalistinnen und Journalisten. Zwei Feuerwehrkräfte seien mit Atemwegsproblemen ins Krankenhaus gebracht worden.

Flugzeugabsturz in Griechenland: Bürgermeister schließt chemische und nukleare Giftstoffe aus

Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Pangeo, Filippos Anastasiadis, bestätigte noch in der Nacht, dass die Maschine „gefährliches Material“ geladen hatte. Es habe sich vermutlich um Munition gehandelt, sagte er gegenüber dem Staatssender ERT und versicherte, dass es keine chemischen oder nuklearen Kampfstoffe seien. Das Militär sei auf dem Weg zur Unglücksstelle.

Noch Stunden nach dem Absturz waren aus den brennenden Überresten der Maschine Explosionen zu hören. Die Trümmer der Antonow sollen in einem Umkreis von 800 Metern verteilt liegen, das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Expertinnen und Experten zufolge könne es sich bei Begriffen wie „toxisches Gut“ um viele verschiedene Dinge handeln; darunter um Munition, um Waffen, aber beispielsweise auch um Batterien für militärische Zwecke, die bei einem Brand ebenfalls giftige Gase freisetzen würden. (nak/dpa)

Bei einem Flugzeugabsturz in Nepal kamen im Juni 22 Menschen ums Leben – darunter auch zwei Menschen aus Hessen.

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