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Krieg in der Ukraine: „Stoppt Putin!“ – Weltweit Demonstrationen gegen Russland

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Von: Delia Friess

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Der Angriff Russlands auf die Ukraine schockt die Welt. Menschen weltweit bekunden auf Demonstrationen ihre Solidarität mit der Ukraine.  

Kiew – Seit Donnerstag (24.02.2022) greift Russland unter Präsident Wladimir Putin die gesamte Ukraine an. In zahlreiche Gebiete der Ukraine sollen die russischen Truppen bereits vorgedrungen sein, und auch der Einmarsch in die ukrainische Hauptstadt Kiew steht wohl unmittelbar bevor. Menschen weltweit solidarisieren sich mit der Ukraine und fordern den Rückzug und Stopp der russischen Truppen.

Auch Bürgerinnen und Bürger in Russland* demonstrierten gegen den Angriff von Wladimir Putin* auf die Ukraine. Bei den Protesten gegen den Einmarsch Russlands in die Ukraine* sind nach Angaben von Bürgerrechtler:innen rund 1700 Menschen festgenommen worden, wie u.a. die russische Menschenrechtsorganisation OVD-Info mitteilte. Auf dem Moskauer Puschkin-Platz haben AFP-Journalist:innen Dutzende Festnahmen beobachtet.

Krieg in der Ukraine: Demonstrierende in Russland festgenommen

Demonstrationen wurden von der Regierung Russlands verboten und den Teilnehmenden harte Strafen angedroht. Russland verbreitete hingegen die falsche Information, dass nur etwa mehrere hundert Demonstrantinnen und Demonstranten verhaftet worden seien, wie das ZDF berichtete. Das Demonstrationsrecht ist in Russland seit Jahren eingeschränkt. Andersdenkende und Oppositionelle müssen mit hohen Haftstrafen rechnen.

Russlands Krieg gegen die Ukraine: Demonstrationen in deutschen Städten

Bereits in den vergangenen Tagen fanden kleinere Demonstrationen vor dem Kanzleramt in Berlin, dem Regierungssitz von Kanzler Olaf Scholz* (SPD*), sowie in Dresden, Köln und Leipzig statt. Weitere Demonstrationen sind in verschiedenen deutschen Städten geplant, darunter in Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main. Am Sonntag (27.02.2022) ist eine große Demonstration für den Frieden in Berlin angekündigt. Zu der Kundgebung an der Berliner Siegessäule seien rund 20.000 Menschen angemeldet, wie Christoph Bautz des Vereins Campact, einer der Initiatoren, am Freitag (25.02.2022) sagte. Weitere Friedens- und Hilfsorganisationen riefen zu der Teilnahme an der Veranstaltung auf. Der Aufruf steht unter dem Motto „Stoppt den Krieg! Frieden für die Ukraine und ganz Europa“. Russlands Regierung wird darin aufgefordert, sofort alle Angriffe einzustellen, sich aus der Ukraine zurückzuziehen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Auch der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Friedrich Kramer, rief dazu auf, für den Frieden zu demonstrieren. Grundlage für einen gerechten Frieden sei nur das internationale Recht. Der Angriff auf die Ukraine stelle einen eklatanten Bruch des Völkerrechts dar und gefährde den Frieden in ganz Europa, sagte der Landesbischof. „Mitten in Europa herrscht Krieg, der russische Präsident Wladimir Putin hat Grenzen überschritten. Dazu dürfen wir nicht schweigen“, so Kramer.

Ukraine-Krieg: Demonstrationen in Tschechien und Polen

Auch in der ehemaligen Sowjetrepublik Tschechien demonstrierten Tausende Menschen gegen den Einmarsch Russlands in die Ukraine. In mehreren tschechischen Städten wurden Solidaritätskundgebungen mit der Ukraine abgehalten. In Prag kamen am Donnerstagabend (24.02.2022) rund 3000 Demonstranten auf dem Wenzelsplatz in der Innenstadt zusammen, die Aufschriften wie „Stoppt Putin“ und „Wir geben die Ukraine nicht auf“ hochhielten.

Auch in der tschechischen Hauptstadt Prag fanden Solidaritätsbekundungen mit der Ukraine statt.
Auch in der tschechischen Hauptstadt Prag fanden Solidaritätsbekundungen mit der Ukraine statt. © Michal Cizek / afp

Vor der Botschaft Russlands im Diplomatenviertel Bubenec sollen nach Angaben von DPA und AFP rund 2000 Menschen zusammengekommen sein, um gegen den Krieg zu protestieren. Sie sangen die ukrainische Nationalhymne und Protestlieder aus der Zeit des Warschauer-Pakt-Einmarschs in die Tschechoslowakei vom August 1968. Die Polizei habe nach Angaben der Agentur CTK zwei Aktivisten vorübergehend festgenommen. Sie sollen eine Botschaftsmauer mit roter Farbe beschmiert haben.

Protestierende bekunden in der polnischen Hauptstadt Warschau ihre Solidarität mit der Ukraine. Polen ist ein unmittelbares Nachbarland der Ukraine und ebenfalls ein ehemaliger Sowjetstaat, der allerdings Mitglied der Nato ist.
Protestierende bekunden in der polnischen Hauptstadt Warschau ihre Solidarität mit der Ukraine. Polen ist ein unmittelbares Nachbarland der Ukraine und ebenfalls ein ehemaliger Sowjetstaat, der allerdings Mitglied der Nato ist. © Wojtek Radwanski / afp

Auch in anderen Städten in Tschechien kam es zu spontanen Demonstrationen, darunter in Brünn (Brno), Ostrava und Olomouc. In Znojmo überdeckten Aktivistinnen und Aktivisten die Statue eines Rotarmisten mit einer ukrainischen Fahne. Die Ukraine ist von Tschechien weniger als 400 Kilometer entfernt. Auch in Polen, einem Nachbarland der Ukraine, kam es zu Protesten, beispielsweise vor der russischen Botschaft in Warschau. Die Nato stockt die Truppen an den Nato*-Außengrenzen auf. Befürchtet wird, dass Putin seinen Einmarsch auf andere ehemalige Sowjetstaaten ausdehnen könnte.

Ukraine-Konflikt: Demonstrationen in den USA

Auch in den USA* gingen Menschen auf die Straße, um gegen Wladimir Putins Krieg in der Ukraine zu demonstrieren. Hunderte Menschen kamen in New York zu einer Kundgebung zusammen. Mit ukrainischen Flaggen und Plakaten versammelten sie sich am Donnerstag (24.02.2022) und in der Nacht zum Freitag (25.02.2022) unter anderem auf dem Times Square, vor dem russischen Konsulat und den Vereinten Nationen.

Vor den zahlreichen ukrainischen Restaurants und Bars der Stadt bildeten sich teils lange Schlangen. In New York leben nach Angaben des Bürgermeisters Eric Adams rund 150.000 Ukrainerinnen und Ukrainer und damit die meisten Ukrainerinnen und Ukrainer in den USA. „Diese nicht provozierte und nicht zu rechtfertigende Invasion in ihr Heimatland ist ein Angriff auf die Freiheit“, schrieb der Politiker der Demokratischen Partei* auf Twitter. US-Präsident Joe Biden* kündigte harte Sanktionen und die Stationierung von weiteren US-Soldat:innen in Deutschland an.

Menschen in New York demonstrieren für den Frieden in der Ukraine.
Menschen in New York demonstrieren für den Frieden in der Ukraine. © David Dee Delgado / afp

Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine in Großbritannien und den Niederlanden

Auch vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Hague in den Niederlanden demonstrierten Menschen gegen die Invasion Putins und den Bruch des internationalen Völkerrechts. In London, der Hauptstadt von Großbritannien*, versammelten sich Menschen vor Downing Street Nr. 10, dem Regierungssitz des Vereinigten Königreichs.

Ukraine-Krieg: Demonstrationen in Schweden, Finnland und Italien

Auch in Schweden fanden Demonstrationen gegen die Invasion in die Ukraine statt. Die schwedische Klima- und Umweltaktivistin Greta Thunberg hat sich während ihres Klimaprotests am Freitag solidarisch mit der Ukraine gezeigt. Die 19-jährige Thunberg stellte sich mit anderen Demonstrierenden vor die russische Botschaft in Stockholm. Dabei hielt sie ein kleines Schild in den blau-gelben Nationalfarben mit der Aufschrift „Stand with Ukraine“ in der Hand. Dies zeigt ein Foto, das Thunberg selbst im Internet veröffentlichte. Für den Frieden und gegen den russischen Einmarsch demonstriert wurde auch in Helsinki, der finnischen Hauptstadt.

Klimaaktivist*innen demonstrierten spontan vor der russischen Botschaft in Stockholm gegen den Einmarsch in die Ukraine.
Klimaaktivist*innen demonstrierten spontan vor der russischen Botschaft in Stockholm gegen den Einmarsch in die Ukraine. © Claudio Bresciani / afp

Beim Abendgebet der Gemeinschaft Sant‘Egidio in Rom haben am Donnerstagabend einige Hundert Menschen für den Frieden in der Ukraine gebetet. Unter ihnen sollen nach Angapen des Evangelischen Pressedienstes auch diplomatische Vertreterinnen und Vertreter gewesen sein. Dabei sagte Sant‘Egidio-Gründer Andrea Riccardi: „Bis letzte Nacht konnten wir frei vom Frieden träumen; jetzt sind wir Sklaven eines Krieges, der in den Händen einiger weniger liegt.“ Als Bekundung der Solidarität mit der Ukraine hatten Roms Kommunalverwaltung und die nationale Regierung das Kolosseum in den Farben der Ukraine, blau und gelb, anleuchten lassen. Für Freitagabend ist eine Friedenskundgebung mit Fackeln auf dem Kapitol vorgesehen. (dpa,AFP,epd, df)* fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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