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Nicht bestellte Amazon-Pakete - das müssen Empfänger unbedingt wissen

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Mal finden die Empfänger eine Mausefalle, mal ein Fernglas, auch ein Smartphone für 200 Euro kam schon vor. Der exakte Absender bleibt im Dunkeln.

Ein Smartphone, eine Mausefalle oder ein Fernglas: Amazon-Kunden erhalten derzeit Waren, die sie gar nicht bestellt haben. Das müssen Paketempfänger unbedingt wissen.

Bei Amazon-Paketen ist die Freude meist groß. Doch bei einigen Empfängern kommt derzeit Überraschung hinzu. Denn: Sie haben den Inhalt des Pakets gar nicht bestellt. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet von vermehrten Paketsendungen, die wie ein Amazon-Paket aussehen, von deren Bestellvorgang der Onlinehändler aber gar nichts weiß. 

Mal finden die Empfänger eine Mausefalle, mal ein Fernglas, auch ein Smartphone für 200 Euro kam schon vor. Der exakte Absender bleibt im Dunkeln. Den Paketen liegt weder ein Liefer- noch ein Bestellschein bei. Klar ist laut Verbraucherzentrale nur: Die Pakete kommen nicht von Amazon selbst, sondern über den separaten Marketplace, auf dem sich tausende Händler tummeln. 

Anonyme Pakete: Amazon vermutet betrügerische Methoden

Auch Amazon kann sich die Sendungen nicht erklären. Der Onlinehändler spricht von „betrügerischen Methoden“.

„Verkäufer haben in diesem Zusammenhang weder Namen noch Adressen von Amazon erhalten“, beteuerte Amazon-Pressesprecher Tobias Goerke gegenüber den Medien. Der Branchenprimus droht den Absendern mit Sperre, Zurückhaltung von Zahlungen und Einleitung rechtlicher Schritte. 

Strafen, die Empfänger der Pakete ausdrücklich nicht erwarten müssen. Juristisch gesehen kann der Empfänger mit dem Paketinhalt machen, was er möchte, versichert die Verbraucherzentrale. Die Kunden müssen die Waren auch nicht bezahlen. Es gibt nicht mal die Pflicht, den Absender zu kontaktieren, falls ein Herkunftsnachweis im Paket stecken sollte. Woher der unverhoffte Segen kommt, vermag den meisten daher egal zu sein. 

Amazon-Pakete: Händler eröffnen unrechtmäßig Zweitaccount

Einen Erklärversuch startet die Verbraucherzentrale. Händler aus Fernost eröffnen demnach möglicherweise einen Zweit-Account bei Amazon unter den Namen der Adressaten. Darüber wickeln sie dann den Verkauf von Artikeln ab. Ihr Vorteil: Die Artikel stiegen so im angezeigten Verkaufs-Ranking von Amazon. Obendrein seien positive Bewertungen des Artikels oder Shops möglich. 

Eine andere Vermutung der Verbraucherschützer: Händler leeren auf diese Weise kostengünstig ihr gemietetes Lager bei Amazon. Statt ihre Ladenhüter teuer wieder gen China zu verschiffen, schicken sie sie einfach wahllos an willkürlich ausgepickte Adressen in Deutschland. Die Verbraucherzentrale schränkt ihren eigenen Erklärungsversuch gleich wieder ein: Diese Vorgehensweise komme eher bei Billigartikeln vor, nicht aber bei gut verkauften, teuren Smartphones, die bereits über 500 Mal bewertet wurden.

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