Droht große Entlassungswelle?

Umstellung auf E-Mobilität: Deutschlands Chef-Lobbyist erwartet massiven Jobverlust

Frau betankt ihr Elektroauto (BMW i3) an einer E-Ladesäule
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Frau betankt ihr Elektroauto (BMW i3) an einer E-Ladesäule.

Welche Auswirkungen hat der Wandel hin zur Elektromobilität auf den Arbeitsmarkt? VDA-Chef Bernhard Mattes schlägt Alarm und präsentiert eine erschreckende Zahl. Am großen Umbruch wird dies freilich nichts ändern.

  • Deutschlands Vorzeige-Branche befindet sich in einem gewaltigen Umbruch.
  • Verbrenner-Motoren sollen mittelfristig durch Elektromobilität ersetzt werden.
  • VDA-Präsident Mattes stellt einen Verlust von rund 70.000 Stellen in Aussicht.

Berlin - Dass sich die Automobilbranche mitten in einem gewaltigen Umbruch befindet, ist keine Neuigkeit. Herkömmliche Verbrenner-Motoren - eine Paradedisziplin deutscher Ingenieurskunst - sollen mittelfristig der Vergangenheit angehören und durch elektrifizierte Antriebe ersetzt werden. Deutsche Autohersteller haben im Bereich Elektromobilität jedoch den Ruf, als Nachzügler zu gelten und ihre Vorreiterrolle auf dem Automobilsektor jäh zu verspielen.

Elektromobilität: Wie stark leidet der deutsche Arbeitsmarkt?

Wenn den arrivierten Branchenführern BMW, Daimler oder Volkswagen vorgehalten wurde, den Trend zu verschlafen und nicht genügend in neue Technologien zu investieren, wurde im Gegenzug gerne darauf verwiesen, dass dann auch die zahlreichen und oft gut bezahlten Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen würden. Ein Druckmittel, das wiederum die Politik sensibilisiert. Nun ist es Deutschlands Auto-Lobbyist Nummer eins Bernhard Mattes, der durch die Umstellung auf Elektromotoren alleine am Standort Deutschland einen massiven Jobverlust erwartet.

„Wir gehen davon aus, dass etwa 70.000 Stellen wegfallen“, lässt der (Noch-)Präsident des Verbandes der Automobilhersteller (VDA) gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger wissen. Der Vorsitzende, der Ende des Jahres 2019 nach 22-monatiger Tätigkeit sein Amt niederlegen wird, hat offenbar das Gefühl, dass die hiesigen Autohersteller ihre Arbeitskräfte nicht ausreichend auf den großen Wandel vorbereiten. Nach seiner Meinung nach sollten die Mitarbeiter nicht erst für den Bau von Elektroautos qualifiziert werden, „wenn die E-Mobilität einen hohen Anteil erreicht“, so der gebürtige Wolfsburger in dem Bericht (Bezahlschranke). Nachfolgerin im Amt des VDA-Präsidenten wird aller Voraussicht nach eine Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Elektroauto-Produktion: Tesla lockt mit vielen Arbeitsplätzen

Dabei gab es erst kürzlich eine freudige Botschaft für den Automobil-Standort Deutschland: US-Elektroauto-Pionier Tesla verkündete, dass eine weitere Gigafactory nahe dem neuen Berliner Flughafen in Berlin/Brandenburg entstehen wird. Die Höhe der Investitionen soll sich demnach auf bis zu vier Milliarden Euro belaufen. Alleine durch die neue Mega-Fabrik sollen laut Tesla und politischen Stimmen mehrere Tausende neue Arbeitsplätze entstehen. Dass in der Tesla-Fabrik bei Berlin jedoch die jüngst vorgestellte Auto-Neuheit „Cybertruck“ entstehen wird, darf bezweifelt werden.

Bayern will unterdessen seine Auto-Industrie mit mehreren hundert Millionen Euro fördern, wie Merkur.de* berichtet.

Nach den Hiobsbotschaften für viele Beschäftigte in den vergangenen Tagen, nun der nächste Hammer: Der Diesel-Skandal bei VW und Audi erlangt immer größere Ausmaße. Ein deutscher Wirtschaftsexperte sorgt dazu mit einer umstrittenen These für Aufsehen.

PF

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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