Insolvenz angemeldet

Internationale Modekette pleite: „Alles muss raus“-Schilder in deutscher Filiale

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Die US-Billig-Modekette ist pleite 

Die US-Billig-Modekette Forever 21 hat Insolvenz angemeldet. „Geiz ist geil“-Mentalität zieht nicht mehr genug Kunden an.

Berlin - Ein T-Shirt für 4,90 Euro? Eine Jeans für unter 10 Euro? Die US-Billig-Modekette Forever 21 war perfekt für die sogenannte „Geiz-ist-geil-Generation“. Die Auswahl war riesig, der Preis klein. Doch dieses Prinzip scheint nicht mehr genug Kunden in die Läden zu locken. Die Kette hat Insolvenz angemeldet, betroffen ist in Deutschland die Filiale in Berlin. Die Kette hat derzeit noch 800 Geschäfte.

2013 erste Filiale von Forever 21 in Deutschland eröffnet

Im Mai 2013 eröffnete das Unternehmen seine erste Deutschland-Filiale. Es folgten Filialen in München, Stuttgart oder Mönchengladbach. Allerdings kündigte sich schon im vergangenen Jahr an, dass nicht alles gut läuft. Das Unternehmen begann einen rapiden Rückzug aus Deutschland. Mittlerweile ist Forever 21 nur noch in Berlin vertreten. Dort sind nun nach Angaben von chip.de auch erste "Alles muss raus"-Schilder angebracht worden. Kunden können dort Schnäppchen machen. Angeblich soll es Jeans für unter 6 Euro geben. 

Forever 21 wurde von Ehepaar gegründet

Das Unternehmen wurde 1984 von dem aus Südkorea stammenden Ehepaar Do Won Chang und Jin Sook Chang gegründet. Die Kette arbeitete nach dem Prinzip „fast fashion“. Die Kollektionen wurden stets schnell geändert.

Das Unternehmen hat nun Gläubigerschutz beantragt, „um uns wieder auf das richtige Gleis für die Zukunft zu stellen", erklärte Forever 21. Unter Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts kann ein Unternehmen umgebaut werden und mit seinen Gläubigern neu verhandeln. Die Kette will 350 Filialen weltweit schließen, darunter allein 178 in den USA. Die Branche ist im Wandel. Auch beim Konkurrenten H&M läuft es derzeit nicht gut. 

Achtet Forever 21 zu wenig auf Nachhaltigkeit?

Branchenexperten erklärten laut chip.de, dass Kunden beim Kauf von Kleidung auf Nachhaltigkeit und Produktionsbedingungen achten. Das habe das Unternehmen in Bedrängnis gebracht. Auch beim Online-Geschäft konnte die Firma keinen Fuß fassen. 

Baby soll nach Forever 21 benannt werden

Ein schwerer Schlag für das Familienunternehmen. So berichtet Forever 21 auf seiner Homepage noch stolz, dass eine Kundin aus Toronto ihrer Tochter den Namen Tiev Forever Golding gegeben hat, da sie das Baby fast in einem Forever 21 Laden zur Welt gebracht hatte. „Sobald der Reisepass des Kindes abläuft, planen sie, den Vornamen in Forever zu ändern“, schreibt das Unternehmen. Ob die Eltern das auch nach der Insolvenz noch tun werden?

erb/AFP

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