Tarifstreit bei Lufthansa

Kurs auf Schlichtung bei Lufthansa - doch keine Streiks in der Vorweihnachtszeit?

Nach dem zweitägigen Streik der Flugbegleiter schien eine Schlichtung nah, die aber platzte. Wie es in der Vorweihnachtszeit weitergeht, ist ungewiss.

  • Die Gewerkschaft UFO streikte bei der Lufthansa.
  • Rund 200.000 Kunden waren von den Flugausfällen im November betroffen.
  • Auf die angekündigte Schlichtung folgt nun der Schock: Es könnte wieder neue Streiks geben.

Update vom 26. November: Die Lufthansa und ihre streitbare Kabinengewerkschaft Ufo nehmen mit zwei prominenten Vermittlern erneut Kurs auf eine umfassende Schlichtung. Das Unternehmen benannte am Dienstag (26. November) den früheren Präsidenten der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise als möglichen Schlichter. Die Gewerkschaft hatte bereits für ihre Seite den SPD-Politiker Matthias Platzeck vorgeschlagen. Der Ex-Ministerpräsident von Brandenburg hatte schon 2016 zwischen der Gewerkschaft und Lufthansa vermittelt.

Streiks bei den Gesellschaften

Lufthansa und Eurowings

werden damit unwahrscheinlicher. Es ist bereits der zweite Anlauf zu einer umfassenden Lösung der Tarifprobleme von rund 30 000 Flugbegleitern in den deutschen Flugbetrieben des Konzerns. Man wolle bis Donnerstag (28. November) intensiv über eine mögliche Schlichtungsvereinbarung bei der Kerngesellschaft Lufthansa mit rund 21.000 Beschäftigten bei gleichzeitiger Friedenspflicht in vier Tochterunternehmen sprechen, teilten beide Seiten mit. 

Aktuell bringt ein General-Streik Frankreich zum erliegen - es kam zu Ausschreitungen in Paris.

Lufthansa: Ufo droht mit Streiks in der Vorweihnachtszeit - Schlichtung geplatzt

Update von 13.38 Uhr: Im Tarifkonflikt um die Flugbegleiter der Lufthansa hat die Gewerkschaft Ufo dem Unternehmen eine Frist gesetzt. Bis zum 28. November werde man keine Streiks veranstalten oder dazu aufrufen - doch eine Drohung der Gewerkschaft dürfte bei Passagieren weitere Sorgen aufkommen.

Sollte sich bis zum Fristende keine Annäherung ergeben, werde man am Donnerstag (28. November) konkrete Streiks ankündigen, erklärte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies. „Damit sind Streiks in der Vorweihnachtszeit möglich.“

Ufo-Vize Daniel Flohr machte den Lufthansa-Chef persönlich für das Scheitern der bereits vereinbarten Schlichtung verantwortlich. „Es kann nicht sein, dass Carsten Spohr das ausverhandelte Ergebnis wieder vom Tisch zieht“, sagte er.

Die Einigung zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft UFO ist geplatzt.

Wieder Streik-Sorgen? Schrecksekunde für Passagiere - Schlichtung geplatzt

Update vom 20. November 2019, 10.10 Uhr: Nach der geplatzten Schlichtung bei der Lufthansa suchen Unternehmen und die Kabinengewerkschaft Ufo nach neuen Ansatzpunkten. In der Nacht zum Mittwoch hatte der Konzern seine Zustimmung zu der umfassenden Schlichtung für die rund 21.000 Flugbegleiter der Kerngesellschaft Lufthansa zurückgezogen. Als Grund nannte ein Unternehmenssprecher die Weigerung der Gewerkschaftsspitze, auch für vier Konzerntöchter in Deutschland eine unbefristete Friedenspflicht während der Schlichtung bei der Muttergesellschaft zuzusagen. Diese war erst in der vergangenen Woche von beiden Seiten vereinbart und am Donnerstag gemeinsam präsentiert worden.

Das Unternehmen hält aber weiterhin an der sogenannten „kleinen Schlichtung“ fest, die es einseitig ausgelöst hat. Diese kann sich dann ausschließlich um die wenigen Tarifthemen drehen, für die Ufo in der vorvergangenen Woche einen zweitägigen Streik mit 1500 Flugausfällen veranstaltet hatte. Zu diesen Forderungen gehörten mehr Spesen und Zulagen für die Flugbegleiter sowie Wechselmöglichkeiten für Saisonkräfte in reguläre Arbeitsverhältnisse.

Die Schlichtung im Tarifstreit bei der Lufthansa ist vorerst gescheitert. Wer hat recht? Stimmen Sie ab!

Wieder Streik-Sorgen? Schrecksekunde für Passagiere - Lufthansa stellt Forderung in letzter Sekunde

Update vom 19. November 2019: Die geplante Schlichtung für die Flugbegleiter der Lufthansa wackelt in letzter Minute. Unmittelbar vor Ablauf der Widerrufsfrist hat das Unternehmen am Dienstag von der Gewerkschaft Ufo verlangt, die Friedenspflicht bei allen Airlines des Konzerns einzuhalten und nicht nur bei der zu schlichtenden Kerngesellschaft Lufthansa. Namentlich geht es um die Flugbetriebe Eurowings Deutschland, Germanwings, SunExpress Deutschland und Lufthansa CityLine, bei denen Ufo ebenfalls nach Urabstimmungen zu unbefristeten Streiks bereit war. Lufthansa-Chef Carsten Spohr verlangte eine Erklärung seitens der Ufo noch am Dienstagabend, wie ein Unternehmenssprecher in Frankfurt bestätigte.

Die Ufo-Führung will der Forderung nach anfänglichen Bedenken nach eigenen Angaben entsprechen: „Wir sind einig mit Herrn Spohr und daher bereit, unter anderem die Friedenspflicht, entsprechend der bereits mit LH getroffenen Vereinbarungen zur Schlichtung ad-hoc auf alle Konzerntöchter auszuweiten“, erklärten die Vorsitzende Syliva de la Cruz und ihr Stellvertreter Daniel Flohr am Nachmittag laut einer Mitteilung.

In einem Schreiben an das Unternehmen und den zuständigen Arbeitgeberverband AGVL hatte die Ufo Friedenspflichten in Aussicht gestellt, die auch über die Dauer der Schlichtung bei der Muttergesellschaft hinausgehen könnten. Man wolle einen langfristigen Tariffrieden im deutschen Teil des Konzerns.

Einigung bei Lufthansa und UFO - Passagiere dürfen aufamten

Update vom 12. November, 17.13 Uhr: Die Flugbegleitergewerkschaft UFO und die Lufthansa haben ihre Streitigkeiten beigelegt. In den am Wochenende begonnenen Gesprächen sei eine „weitreichende und umfassende Lösung“ gefunden, teilte UFO am Dienstag in Möhrfelden-Walldorf mit. Streiks der Flugbegleiter seien damit abgewendet.

Lufthansa-Streik: Einigung noch nicht in Sicht - drohen neue Streiks?

Update vom 12. November: Die Lufthansa und die Kabinengewerkschaft Ufo haben ihre Gespräche über eine mögliche Schlichtung ihres Tarifkonflikts verlängert. Die Sondierungen dauerten auch am Dienstag (12. November) noch an, erklärten Sprecher beider Seiten in Frankfurt. 

Die Gewerkschaft hat für den Fall des Scheiterns neue Streiks in verschiedenen Lufthansa-Flugbetrieben angedroht, nachdem sie bereits in der vergangenen Woche an zwei Tagen rund 1500 Flüge verhindert hatte. Am Montag hatten die Parteien noch angekündigt, spätestens an diesem Dienstag ein Ergebnis zu präsentieren. 

Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa in München.

Streik bei Lufthansa: Auch am Wochenende gab es Probleme

Update vom 9. November: Noch immer fallen Flugverbindugen am Münchner Flughafen aus. An die 20 Verbindungen seien für Samstag annulliert worden, sagte ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Airport. Zahlreiche Lufthansa-Flüge starteten oder landeten demnach teilweise mit mehreren Stunden Verspätung. In Nürnberg waren laut Betreibergesellschaft keine Verbindungen gestrichen worden. Die Airline teilte auf Anfrage mit, es könne nach dem Streik zu vereinzelten Flugausfällen oder Verspätungen kommen. Das liege daran, dass Maschinen und Crews noch nicht an den richtigen Einsatzorten seien, hatte ein Sprecher vorab gesagt.

Zugleich gibt es etwas Hoffnung auf ein Ende des Tarifkonflikts. Die Gewerkschaft Ufo und die Airline wollen über eine mögliche Schlichtung beraten. Es geht um rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter. Beide Seiten vereinbarten aber striktes Stillschweigen. Dem Vernehmen nach sollen die Gespräche am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, so Lufthansa-Chef Carsten Spohr. „Wenn wir schlichten, muss das Ganze juristischen Halt haben.“

Wegen der Streiks der Ufo hatte die Lufthansa am Donnerstag und Freitag mit einem Sonderflugplan insgesamt 1500 Flüge weltweit abgesagt. Sie sprach von rund 200.000 betroffenen Passagieren. Vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München traf es.

Dauer-Streik bei der Lufthansa? Weit mehr Kunden betroffen als angenommen

Update vom 9. November, 16.42 Uhr: Während des Lufthansa-Streiks am Donnerstag und Freitag (7. und 8. November) kam es zu mehr Flugstreichungen als zuvor angenommen. Insgesamt 1500 Flüge mussten annulliert werden - das Unternehmen ging von lediglich 1300 aus.

Auch die Zahl der Betroffenen steigt damit. Statt den 180.000 Kunden, die mit den Konsequenzen des Streiks leben mussten, sind es rund 200.000. Doch es gibt auch eine gute Nachricht mit Dämpfern: Der Flugbetrieb solle am Samstag wieder weitgehend normal weitergehen, teilte die Lufthansa mit - es könne nach den Streiks aber zu vereinzelten Flugausfällen oder Verspätungen kommen.

Mega-Streik bei der Lufthansa: Treffen an geheimem Ort - Gewerkschaft droht mit mehr Streiks

Update 14.57 Uhr: Die Flugbegleitergewerkschaft UFO setzt die Lufthansa vor den Verhandlungen am Wochenende unter Druck: Bei den Gesprächen müssten "verbindliche Vereinbarungen" gefunden werden, sagte UFO-Sprecher Nicoley Baublies am Freitag - "sonst geht es halt weiter mit Arbeitskämpfen" ab Montag. Am zweiten Tag des Streiks der Flugbegleiter fielen am Freitag mehrere hundert Flüge aus.

UFO streikt für "ganz konkrete Tarifforderungen" wie die Anhebung "uralter Spesensätze", wie Baublies sagte. Auch die "Hungerlöhne für Einsteiger" müssten sich ändern. Die Lufthansa habe "seit einem Jahr" nicht mit UFO-Vertretern gesprochen. 

Die Gewerkschaft wolle lieber Lösungen am Verhandlungstisch finden statt zu streiken, sagte Baublies der Nachrichtenagentur AFP. Aber: "Am Wochenende muss Fleisch an den Knochen." Sollten beide Seiten verbindliche Vereinbarungen finden, "können wir am Montag verkünden, die Streiks sind ausgesetzt". Anderenfalls werde weiter gestreikt.

Streik bei der Lufthansa: Mehr als 400 annullierte Flüge am Freitag - auch Samstag drohen Absagen

Update vom 8. November 2019: Am zweiten Tag des Flugbegleiter-Streiks bei der Lufthansa gibt es am Flughafen Frankfurt wieder zahlreiche Ausfälle. Am frühen Morgen seien 414 von 1362 Flügen annulliert worden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafens. Nach dem Sonderflugplan der Lufthansa sollen am Freitag weltweit rund 600 Flüge ausfallen. 

Auch nach Streikende werden für Samstag zunächst noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Am Donnerstag waren nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers 800 Flüge gestrichen worden. In dem Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft UFO geht es hauptsächlich um die Frage, ob UFO Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. Lufthansa hatte bereits eine Lohnerhöhung um 2,0 Prozent freiwillig umgesetzt.

Streik bei Lufthansa: Treffen an geheimem Ort

Update 16.03 Uhr: Offensichtlich haben sich Lufthansa und die Flugbegleitergewerkschaft UFO zu einem gemeinsamen Gespräch bereiterklärt. Zunächst soll der am Donnerstag (7. November) begonnene Streik auch den gesamten Freitag fortgesetzt werden, erklärte UFO-Sprecher Nicoley Baublies bei einer Streikversammlung in München. 

Vernehmen an geheimen Ort - UFO droht der Lufthansa

Dem Vernehmen nach soll die Schlichtungsanbahnung am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der am gleichen Tag neue Sparpakete bei mehreren Konzerntöchtern verkündete. „Wenn wir schlichten, muss das ganze juristischen Halt haben.“ 

Lufthansa hatte seit Monaten dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. Ufo-Sprecher Baublies nannte das Manöver eine „Kehrtwende“. Man hoffe auf eine Annäherung. „Wenn's nicht klappt, müssen wir am Montag verkünden, dass es weitere Streiks gibt“, fügte der frühere UFO-Vorsitzende hinzu.

Streik von UFO: Einigung bei Tarifkonflikt mit Lufthansa in Sicht?

Update 14.23 Uhr: Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa hat die Flugbegleitergewerkschaft UFO einer Schlichtung mit dem Unternehmen zugestimmt. UFO „akzeptiert das Verhandlungsangebot“, erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag auf ihrer Internetseite. Demnach ist „erst einmal keine Ausweitung der Streiks“ geplant. In der Nacht hatte ein 48-stündiger Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa begonnen, 180.000 Passagiere sind von Flugausfällen betroffen. Deutschlands größte Fluggesellschaft war vor diesem Hintergrund auf die Gewerkschaftsseite zugegangen.

Lufthansa-Chef - Gespräche mit UFO sollen wieder aufgenommen werden

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte, wieder Gespräche mit UFO aufnehmen zu wollen, „mit dem Ziel, im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter die gestern von der UFO angebotene Schlichtung zu vereinbaren“. Nach einem „konstruktiven und erfolgreichen Spitzengespräch“ mit Vertretern von Verdi und der Cabin Union sehe sich die Lufthansa „jetzt in der Lage, Gespräche mit allen drei Gruppen aufzunehmen“.

Spohr zeigte sich zuversichtlich, die rechtlichen Hürden in diesem Zusammenhang zu bewältigen. „Die juristischen Probleme wollen wir im vertraulichen Rahmen mit der UFO dieses Wochenende klären“, sagte er. Die Lufthansa erkennt die Vertretungsbefugnis der Gewerkschaft für die Kabine bislang nicht an.

UFO nahm nicht an Spitzengespräch mit Lufthansa teil: „Reine PR-Show“

UFO nahm nicht an dem Spitzengespräch zwischen der Fluggesellschaft und anderen Gewerkschaftsvertretern teil, das die Gewerkschaft als „reine PR-Show“ interpretierte. Stattdessen wollte sie am Donnerstag eigentlich „über mögliche Ausweitungen der Streiks der kommenden Tage informieren“.

Die Lufthansa konnte den genauen Schaden durch den Ausstand der Flugbegleiter vorerst nicht beziffern. Es dürften aber Kosten in Höhe von zehn bis 20 Millionen Euro pro Tag sein, hieß es im Unternehmen.

Lufthansa-Streik: Gibt es nun eine Einigung im Tarifkonflikt?

Update 9.33 Uhr: Die Lufthansa will den Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern nun doch in einer Schlichtung lösen. Nach einer monatelangen Gesprächspause erklärte Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag ausdrücklich, dass man nun auch wieder das Gespräch mit der Gewerkschaft UFO suche. Ziel sei es, die von UFO angebotene Schlichtung zu vereinbaren. Bislang hatte der Konzern Gespräche mit dem Argument abgelehnt, dass der UFO-Vorstand nicht vertretungsberechtigt sei.

Vorangegangen war am Mittwochabend ein Gespräch mit den konkurrierenden Gewerkschaften Verdi und der neuen „Cabin Union“, das von der UFO nicht wahrgenommen worden war. Lufthansa will mit allen drei Gruppen sprechen, die letztlich darum rangeln, wer für die rund 21 000 Flugbegleiter der Kerngesellschaft Lufthansa Tarifverträge abschließen kann.

Lufthansa-Chaos: 180.000 Passagiere betroffen - mehr als tausend Flüge fallen aus

Update vom 7. November, 7.20 Uhr: Bei der Lufthansa hat in der Nacht zu Donnerstag ein 48-stündiger Streik der Flugbegleiter begonnen. Der Ausstand begann nach Angaben eines Sprechers der Flugbegleitergewerkschaft UFO wie geplant um Mitternacht. Zehntausende Kunden der Lufthansa müssen bis Freitagnacht Flugausfälle und Verspätungen hinnehmen. Wegen des Streiks fallen an beiden Tagen voraussichtlich 1300 Flüge aus, 180.000 Passagiere sind betroffen.

Lufthansa-Streik: 1300 Flüge sollen gestrichen werden

Update 19.30 Uhr: Die Lufthansa ist auch mit ihrem zweiten Versuch gescheitert, den für Donnerstag angesetzten Streik ihrer Flugbegleiter mit juristischen Mitteln zu stoppen. Das hessische Landesarbeitsgericht lehnte es am Mittwochabend in Frankfurt ab, den Arbeitskampf der Gewerkschaft Ufo mit einer Einstweiligen Verfügung zu stoppen. Am Vormittag hatte bereits das Arbeitsgericht Frankfurt in erster Instanz gegen die Lufthansa entschieden.

Streik bei der Lufthansa - 1300 Flüge sollen gestrichen werden

Update von 13.59 Uhr: Die Lufthansa hat wegen des Streikaufrufs der Flugbegleitergewerkschaft UFO für Donnerstag und Freitag den Ausfall von insgesamt 1300 Flügen angekündigt. Insgesamt 180.000 Passagiere seien betroffen, teilte der Konzern mit. Am Donnerstag können demnach von rund 3000 geplanten Flügen 2300 stattfinden, am Freitag 2400 von 3000.

Lufthansa scheitert mit Antrag - Flugbegleiter streiken für 48 Stunden

Update vom 6. November: Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hat den ab Donnerstag geplanten zweitägigen Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa für rechtens erklärt. Eine Gerichtssprecherin sagte, der Antrag der Lufthansa auf einstweilige Verfügung sei zurückgewiesen worden. Die geplanten Streikmaßnahmen seien „nicht offensichtlich rechtswidrig; dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit und Tariffähigkeit“ der Flugbegleitergewerkschaft UFO.

Lufthansa hatte die einstweilige Verfügung gegen den Streik am Dienstag beantragt. Die Lufthansa zweifelt die Vertretungsbefugnis der UFO für das Kabinenpersonal an. Der Konzern sieht die „Gewerkschaftseigenschaft“ ungeklärt. Lufthansa erklärte am Mittwoch, der Konzern nehme die Entscheidung des Arbeitsgerichts „mit Bedauern zur Kenntnis“ und kündigte Berufung an.

UFO hat für Donnerstag ab 00.00 Uhr bis Freitag 24.00 Uhr zum Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa aufgerufen. Die Airline kündigte am Mittwoch an, sie werde nun so schnell wie möglich einen Sonderflugplan veröffentlichen. Sie werde „alles dafür tun“, die Auswirkungen für die Kunden „so gering wie möglich zu halten".

Bereits am Dienstag hatte die Airline ihre Kunden informiert, sie könnten ihre an den Streiktagen gültigen Flüge kostenlos umbuchen oder auf innerdeutschen Strecken statt eines Fliegers die Deutsche Bahn nutzen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat die Vertreter von UFO, aber auch der Konkurrenzgewerkschaften Verdi und Cabin Union (CU) für Mittwochabend zum Spitzengespräch eingeladen. UFO wollte zunächst nicht öffentlich mitteilen, ob die Gewerkschaft die Einladung annimmt.

Zwei Tage Lufthansa-Streik in ganz Deutschland - Flugchaos noch in dieser Woche?

Frankfurt am Main - Flugreisende müssen sich am Donnerstag und Freitag auf Wartezeiten oder Flugausfälle einstellen: Die Gewerkschaft UFO hat die Flugbegleiter bei Deutschlands größter Airline Lufthansa zu einem 48-stündigen Streik aufgerufen.

Die Flugbegleiter wollen von Donnerstag ab 0.00 Uhr bis Freitag 24.00 Uhr ihre Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft am Montag ankündigte. Betroffen sind demnach alle Lufthansa-Flüge, die in dieser Zeit in und aus Deutschland starten. 

Weitere Aufrufe bei anderen deutschen Flugbetrieben des Konzerns seien jederzeit möglich. Erneut werde der gesamte Konzern betroffen sein, kündigte der Ufo-Vize Daniel Flohr an.

Streiks bei der Lufthansa: Gewerkschaft UFO kündigt 48 Stunden Ausstand an

Als Grund nannte Flohr unter anderem die andauernde "Verweigerung der Lufthansa, über unsere Forderungen zu verhandeln". Zudem verwies er auf die "eindeutigen Ergebnisse unserer Urabstimmungen" sowie die "erfolgreichen Warnstreiks" vom 20. Oktober.

Die Lufthansa will den angekündigten Streik der Flugbegleiter mit juristischen Mitteln stoppen. Man verurteile den „massiven“ Aufruf der Gewerkschaft Ufo auf das Schärfste und prüfe rechtliche Schritte dagegen, erklärte ein Unternehmenssprecher am Montag in Frankfurt. Gleichzeitig werde mit Hochdruck an einem Ersatzflugplan gearbeitet.

Streik bei der Lufthansa: Bereits im Oktober gab es Probleme

Die Gewerkschaft hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Belegschaften der Lufthansa und ihrer vier Tochtergesellschaften Eurowings, Germanwings, SunExpress und CityLine sich "mit überwältigender Mehrheit für die Ausweitung von Streiks" ausgesprochen hätten. 

Vor gut zwei Wochen hatte UFO die Flugbegleiter bei vier Lufthansa-Töchtern zu einem 19-stündigen Streik aufgerufen. Der Lufthansa zufolge fielen allerdings nur vereinzelt Flüge aus. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

Streik bei der Lufthansa: Hintergrund ist ein erbitterter Gewerkschaftsstreit

Hinter dem Arbeitskampf steht ein erbitterter Streit zwischen UFO und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von UFO für das Kabinenpersonal an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt.

Vom Lufthansa-Streik ist auch der Flughafen München betroffen. Das müssen Passagiere jetzt beachten. (Merkur.de*)

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat zuletzt ausgerechnet Klima-Aktivistin Greta Thunberg eine Art „unmoralisches Angebot“ gemacht. Negativschlagzeilen gab es vor einigen Tagen vom Konkurrenten Ryanair. Chaos gab es in den vergangenen Monaten immer wieder auch am Flughafen München.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

AFP/dpa/fn/frs

Rubriklistenbild: © dpa / Marijan Murat

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