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Strompreis: Diese zehn Versorger langen am stärksten hin

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Von: Patricia Huber

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Zum Jahreswechsel erhöhen zahlreiche Stromanbieter die Preise. Eine Übersicht zeigt, wer am stärksten erhöht und was Verbraucherschützern Sorgen bereitet.

München – Die Lage am Strommarkt hat sich inzwischen ein wenig beruhigt. Nachdem in diesem Jahr in Folge der Energiekrise Rekordpreise erreicht wurden, haben sie sich nun auf einem hohen Niveau eingependelt. Dennoch kommt auf zahlreiche Stromkunden zum neuen Jahr noch eine Preiserhöhung zu. Denn viele Anbieter passen erst jetzt die Preise für ihre Haushaltskunden an.

Strompreiserhöhungen: Bis zu 236 Prozent teurer

Dem Vergleichsportal Check24 sind schon mehr als 580 Fälle von Strompreiserhöhungen in der Grundversorgung zum Jahreswechsel bekannt. „Davon sind rund 7,3 Millionen Haushalte betroffen“, berichtet das Unternehmen. Die Erhöhungen betragen im Schnitt 54 Prozent. Doch es gibt auch Anbieter, die noch deutlicher an der Preisschraube drehen. Check24 hat die zehn Versorger ermittelt, welche die Preise am stärksten erhöht haben:

Auf den größten Kostenschock müssen sich Kunden der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG mit der Niederlassung Emden gefasst machen. Hier steht zum ersten Januar 2023 eine Preiserhöhung von 236,1 Prozent an. Bei einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden ergibt das Mehrkosten in Höhe von 3525 Euro.

Aber auch für Kunden der Stadtwerke Haslach oder des Energiewerks Meckenheim wird es deutlich teurer. Hier beträgt die Preissteigerung ebenso über 200 Prozent.

Strompreisbremse: Verbraucherschützer befürchten Missbrauch

Vorerst dürfte das den Verbrauchern weniger weh tun – zumindest, wenn sie sparsam mit dem Strom umgehen. Denn Belastungen durch die hohen Stromkosten soll die Strompreisbremse dämpfen. Dabei soll bei Haushalten und kleineren Unternehmen für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs der Preis auf 40 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden. Verbraucht der Kunde mehr, zahlt er den normalen Vertragspreis. Die Differenz zwischen dem Preis des Versorgers und den 40 Cent übernimmt der Staat.

Doch Verbraucherschützer sehen das mit Sorge und befürchten Missbrauch. „Wir schließen nicht aus, dass das ein oder andere Unternehmen die Preisbremsen auch nutzt, um mehr zu erhöhen als unbedingt nötig“, sagt Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Zwar gebe es das Missbrauchsverbot im Gesetzesentwurf. „Aber wer soll das ernsthaft überprüfen? Und außerdem konnten die Anbieter ja nun schon zum Januar erhöhen, bevor das Gesetz in Kraft tritt.“ (ph/dpa)

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