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Möglicher Stopp der Russland-Importe: Ölpreise steigen auf Rekordhoch

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Von: Monja Stolz

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Aufgrund des Ukraine-Kriegs beraten die USA über einen Importstopp für Öl aus Russland, was die Preise in die Höhe schnellen lässt.

Singapur – Schon bevor Wladimir Putin* seinen Truppen den Einmarschbefehl in die Ukraine* gab, sind die Ölpreise weltweit enorm angestiegen. Die politischen Spannungen an der russisch-ukrainischen Grenze sorgten für einen kräftigen Risikoaufschlag auf dem Ölmarkt. Am 24.02. startete Putin schließlich seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine, wodurch die Ölpreise nun auf ein Rekordhoch stiegen.

Ein möglicher Importstopp für Öl aus Russland*, einem der größten Erdölförderer der Welt, hat die Ölpreise zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit 2008 getrieben, so die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Im frühen Handel stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um bis zu knapp 18 Prozent auf 139,13 Dollar und lag damit in der Nähe des Rekordniveaus von fast 150 Dollar aus dem Sommer 2008. Zuletzt legte der Brent-Preis knapp 11 Prozent oder 12,57 Dollar auf 130,67 Dollar zu. Damit beschleunigte sich der Anstieg des Ölpreises der vergangenen Tage.

Ukraine-Krieg: Möglicher Importstopp aus Russland lässt Ölpreise steigen

Seit der Invasion Russlands in die Ukraine verteuerte sich der Brent-Preis um rund ein Drittel, nachdem er bereits in den Wochen davor angezogen hatte. Seit Ende 2021 zog der Kurs um rund zwei Drittel an. Ähnlich sieht die Entwicklung beim Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) aus. Am Montag zog der WTI-Preis um gut neun Prozent oder rund 11 Dollar auf über 126 Dollar an, nachdem er zuvor erstmals seit 14 Jahren zeitweise über der Marke von 130 Dollar gelegen hatte.

Überlegungen über einen Stopp russischer Ölimporte, treibt die Preise auf ein Rekordhoch seit 14 Jahren.
Überlegungen über einen Stopp russischer Ölimporte, treibt die Preise auf ein Rekordhoch seit 14 Jahren. © Henning Kaiser/dpa

Ein Grund für die erneut stark angestiegenen Preise sind die Sanktionen gegen Russland. Nachdem die USA für die fortlaufenden Ölimporte aus Russland kritisiert* wurden, hat US-Außenminister Antony Blinken nun wegen der weiteren Eskalation des Ukraine-Konflikts* neue Strafmaßnahmen ins Spiel gebracht: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. „Wir sprechen jetzt mit unseren europäischen Partnern und Verbündeten, um auf koordinierte Weise die Aussicht auf ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl zu prüfen“, sagte Blinken am Sonntag.

China wird Ölimporte aus Russland vermutlich wieder aufnehmen – trotz Ukraine-Krieg

Russland exportiert sein Öl unter anderem nach China, Japan, Vietnam, in die Niederlande, nach Großbritannien, Deutschland und in die USA, wie aus einem Bericht des britischen Mineralölunternehmens bp hervorgeht. Das Beratungsunternehmen Energy Aspects schätzt, dass seit Beginn der Invasion etwa 70 Prozent des Rohölhandels Russlands lahm liegen. Während die Europäische Union* und die USA die Ölimporte aus Russland weiter reduzieren wollen, vermutet das Unternehmen, dass China und Indien ihre Käufe wieder aufnehmen, sobald die Fracht-, Versicherungs- und Zahlungsfragen geklärt sind. Da vor allem die Finanztransaktionen durch die Sanktionen gegen Russland den Handel erschweren, wurde dieser kurzzeitig gestoppt.

In Deutschland sind die Spritpreise drastischer angestiegen, als beispielsweise im Nachbarland Österreich. Das liegt wohl auch daran, dass laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Russland mit knapp 40 Prozent neben Saudi-Arabien zum wichtigsten Öl-Lieferland Deutschlands zählt. Das entsprechende Ministerium in Österreich gibt an, dass Russland nach Kasachstan und Libyen lediglich drittwichtigster Lieferant ist. (mos/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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