Alle News zu Volkswagen

Dieselskandal: Jetzt wird auch bekannter Autozulieferer geprüft

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Geldstrafen im Dieselskandal: Nach VW und Co. wird auch Bosch zur Kasse gebeten.

Im Zuge des Dieselskandals werden immer mehr Unternehmen zur Kasse gebeten. Nun trifft es einen Autozulieferer. Alle Infos im News-Ticker. 

  • Dieselkrise, Umstellung auf WLTP, gestiegener Wettbewerbsdruck und Investitionen in die Elektromobilität drücken Gewinne der Autohersteller.
  • Auch Audi unter Druck - nicht mehr „rentabel genug“.
  • Volkswagen gibt bekannt, bis zu 7000 Stellen zu streichen - Auf einer Betriebsversammlung verteidigt Vorstandsboss Herbert Diess den Sparkurs.
  • Verkehrsminister Scheuer wiegelt Forderungen von Volkswagen bezüglich E-Mobilität ab
  • Aufgrund der hohen Lohnkosten soll das neue Elektro-Einstiegsmodell nicht in Deutschland gebaut werden

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Update, 6. Juli, 14.40 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal überprüft die Staatsanwaltschaft Stuttgart den Autozulieferer ZF. „Es geht um die Frage, ob möglicherweise bei Getriebesteuerungs-Software Strategien enthalten waren, die Auswirkungen haben könnten auf Ergebnisse zum Verbrauch und zur Emission“, sagte ein Sprecher der Behörde am Samstag. Zuvor hatte die „Schwäbische Zeitung“ darüber berichtet. Es handelt sich um einen Prüfvorgang, nicht um ein Ermittlungsverfahren, wie der Sprecher betonte. Nur falls sich ein Anfangsverdacht ergebe, würden Ermittlungen aufgenommen.

Welche Automodelle betroffen sein könnten, wollte die Ermittlungsbehörde nicht nennen. Ein Sprecher von ZF mit Sitz in Friedrichshafen bestätigte den Prüfungsvorgang: „Wir sind in Kontakt mit der Staatsanwaltschaft.“

Update, 25. Mai, 12.16 Uhr: Auch der Autozulieferer Bosch muss im Zuge des VW-Dieselskandals ein Bußgeld zahlen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat dem Unternehmen eine Summe in Höhe von 90 Millionen Euro aufgebrummt, wie die Behörde in Stuttgart mitteilte. Damit fällt die Zahlung deutlich niedriger aus als etwa bei Volkswagen und den Töchtern Audi und Porsche, die zusammen Bußgelder von mehr als zwei Milliarden Euro zahlen mussten. Die Summe setzt sich jeweils zusammen aus der Ahndung der Ordnungswidrigkeit (zwei Millionen Euro) und einer Gewinnabschöpfung (88 Millionen Euro). Vor allem letztere fiel bei den Autobauern deutlich höher aus.

VW will Elektro-Kleinwagen offenbar in Osteuropa bauen

Update, 17. Mai, 11.24 Uhr: Volkswagen will seinen Elektro-Kleinwagen einem Bericht zufolge nicht in der Heimat, sondern in einem Werk in Osteuropa bauen. Dazu habe der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Montag eine Grundsatzentscheidung gefällt, wie das "Handelsblatt" am Freitag unter Berufung auf Konzernkreise vermeldet. Wahrscheinlich werde das neue VW-Elektroauto nun im slowakischen Bratislava gefertigt.

Verkehrsminister Andreas Scheuer will Prämien für Elektroautos verdoppeln

Ursprünglich sollte das Einstiegsmodell im norddeutschen Werk Emden vom Band rollen. Bei einem angepeilten Verkaufspreis von unter 20.000 Euro sei dies aber wirtschaftlich nicht darstellbar, hieß es. Dafür seien die Lohnkosten in Emden und anderen deutschen Standorten zu hoch. E-Autos sind an sich schon teurer als Verbrenner, weil die Batterie mehr kostet als ein Motor. In Emden soll laut dem Artikel statt des Kleinwagens nun ein elektrisches Kompakt-SUV in der Größe eines VW Tiguan produziert werden.

Dieses Modell war demnach bislang für die VW-Fabrik im sächsischen Zwickau gedacht. Das Werk in Ostdeutschland sei aber mit dem neuen VW ID.3 ausreichend ausgelastet. Die Nachfrage nach dem elektrischen Nachfolger des Golf sei so groß, dass Zwickau zugunsten der ostfriesischen Kollegen problemlos auf das Kompakt-SUV verzichten könne.

Volkswagen hatte in der vergangenen Woche mit dem VW ID.3 seinen neuen elektrischen Hoffnungsträger vorgestellt, mit dem der Autobauer die Wende hin zur Elektromobilität einläuten will. Die ersten Fahrzeuge will Volkswagen bereits Mitte kommenden Jahres ausliefern; der Startpreis liegt nach Unternehmensangaben in Deutschland bei "unter 30.000 Euro". VW-Chef Herbert Diess hatte Anfang Mai im Gespräch mit der "Welt" versichert, dass der Konzern auch an kleineren und günstigen Modellen arbeite. VW strebe an, "von 30.000 auf 20.000 Euro zu kommen".

Volkswagen kalkuliert bei neuen Elektroautos mit Minus-Geschäft

Update, 24. April, 16.01 Uhr:  Volkswagen läutet mit dem Elektroauto VW ID Neo bzw. ID.3 vermutlich noch in diesem Jahr eine neue Ära ein. Im Herbst auf der IAA 2019 ist die Premiere für den neuen Stromer anberaumt. Dabei wendet Europas größter Autokonzern laut einem Bericht der „Auto Motor & Sport“ offenbar eine ähnliche Strategie an, wie der amerikanische Pionier Tesla bei den Markteinführungen seiner Fahrzeuge: Demnach wollen die Wolfsburger wie Tesla bei Auto-Neuheiten zuerst die teureren Modelle mit einer größeren elektrischen Reichweite anbieten. So soll dem Fachmagazin zufolge erst die Variante des VW ID.3 mit 62-kWh-Akku zu den Kunden rollen, die eine Reichweite von bis zu 400 Kilometer besitzt und um einiges mehr kosten wird, als das in Aussicht gestellte Basismodell der Elektro-Kompaktklasse.

Werden Akkuautos massentauglich? Mit den neuen Elektroautos wie dem ID.3 macht VW offenbar zuerst einmal Verlust.

Erst im späteren Produktionszyklus soll dann auch die Einstiegsversion des VW ID.3 entstehen, mit einer 48-kWh-Batterie und zu Preisen ab rund 30.000 Euro. Dieses Exemplar besitzt dann eine geringere Reichweite, ist angesichts der niedrigeren Anschaffungskosten jedoch der wichtigere Eckpfeiler für den Einstieg in den Massenmarkt. In den ersten Jahren nach dem Start der Elektro-Sparte I.D. rechne Volkswagen laut „Auto Motor & Sport“ mit einem Verlust von jeweils etwa 3.000 Euro pro Fahrzeug. Dies solle sich dann erst im Jahr 2025 ändern, wenn die Fahrzeuge mit der alternativen Antriebsform profitabler werden, als ihre herkömmlichen Pendants mit Verbrenner-Motor.

Elektroautos klimabelastend? VW verweist auf Umweltbilanz

Unterdessen hat Volkswagen die Klimabilanz der Stromer verteidigt. Bei gleichen Modellen mit unterschiedlichem Antrieb sei die der Elektroautos schon heute besser als die der Verbrenner-Variante, teilte der Hersteller unter Berufung auf eine zertifizierte Umweltbilanz mit. Über den mit 200.000 Kilometern angegebenen Lebenszyklus einschließlich Produktion und Verwertung komme der aktuelle VW Golf VII mit Dieselmotor auf einen Kohlendioxid-Ausstoß von durchschnittlich 140 Gramm je Kilometer. Beim VW e-Golf seien es, vom EU-Strommix ausgehend, 119 Gramm CO2. Beim deutschen Strommix komme man auf 142 Gramm und damit einen Wert vergleichbar mit dem Diesel. 

Nach einer vor kurzem veröffentlichten Studie des Kölner Physikprofessors Christoph Buchal und des früheren Ifo-Instituts-Präsidenten Hans-Werner Sinn belastet ein E-Auto das Klima dagegen um 11 bis 28 Prozent mehr als ein Diesel. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt widersprachen diesen Berechnungen. Eine aktuelle Studie des Heidelberger Ifeu-Instituts komme zu einem positiven Ergebnis für die Klimabilanz von Elektroautos.

Verkehrsminister Scheuer erteilt Forderung von VW-Chef Abfuhr: „Komplett falsch“

Update vom 8. April, 11.29 Uhr: Rückschlag für die Strategie von Volkswagen-Chef Herbert Diess! Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich gegen eine einseitige Förderung der Elektromobilität ausgesprochen und damit Äußerungen des Volkswagen-Vorstandsbosses widersprochen. Der CSU-Politiker sagte am Montag auf einer Mobilitäts-Konferenz in Berlin, er halte die Aussagen von Diess für „komplett falsch“. Der VW-Chef hatte gefordert, voll auf Elektromobilität zu setzen.

Andreas Scheuer macht VW-Chef Herbert Diess eine klare Ansage zu dessen E-Mobilitäts-Plänen.

Scheuer sagte, richtig sei ein technologieoffener Ansatz. „Wir müssen breit bleiben.“ Man könne noch nicht sagen, welches in zehn Jahren das beste Antriebskonzept sei. Es müsse auch die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gefördert werden, sagte er.

VW-Chef Diess hatte gesagt, in Politik und Verbänden dürfe nicht länger so getan werden, als gebe es gleichwertige Alternativen zum E-Antrieb. Der Batterieantrieb sei auf absehbare Zeit die beste und effizienteste Möglichkeit für weniger Kohlendioxid (CO2) im Straßenverkehr.

VW-Chef und Betriebsrat liefern sich vor Beschäftigten Schlagabtausch

Update vom 20. März, 13.09 Uhr: Der Chef des Autobauers Volkswagen, Herbert Diess, hat auf einer Betriebsversammlung im Stammwerk in Wolfsburg seinen Sparkurs verteidigt. Vor rund 20.000 Beschäftigten sagte der Vorstandsboss: "Wir können uns nicht wegducken und hoffen, dass alles wieder so wird wie früher." Der VW-Konzern müsse mit seinen Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können. "Das weiß auch der Betriebsrat".

Dessen Chef Bernd Osterloh hatte sich in seiner Rede klar gegen den geplanten Abbau von 7000 Stellen positioniert. Der Zahl fehle jede Grundlage. Zunächst müsse das Management Verantwortung übernehmen für "das WLTP-Desaster, eine hochriskante Einkaufsstrategie, erhebliche Verzögerungen in zentralen Fahrzeugprojekten und gebrochene Zusagen". Er fuhr fort: "Bevor all diese Fragen nicht beantwortet und mit klaren Vereinbarungen versehen sind, wie wir diese Fehler beheben, werden hier keinerlei Gespräche zu weiteren Effizienzsteigerungen stattfinden."

VW-Chef Herbert Diess sprach am Mittwoch bei der Betriebsversammlung zu mehreren tausend Angestellten.

Osterloh verwies laut Betriebsrat ausdrücklich auf die "Mobilisierungsfähigkeit" der IG Metall und auf eine "äußerst angespannte Stimmung" der Belegschaft. Er forderte eine Beschäftigungssicherung bis 2028 an allen Standorten, zeigte aber Kompromissbereitschaft beim Stellenabbau durch Altersteilzeit - aber nur unter der Bedingung, dass sie allen Beschäftigten offen steht. "Wenn Sie ernsthaft meinen, wir lassen zu, dass die Kollegen in der Produktion nach hartem Arbeitsleben im Dreischichtbetrieb länger an Bord bleiben als andere Beschäftigtengruppen, dann träumen Sie", sagte er Richtung Konzernführung.

Nach Einschätzung von Konzernchef Herbert Diess kostet vor allem der Megatrend Digitalisierung Stellen bei dem Autogiganten. Mit moderner IT ließen sich viele Routinearbeiten und Prozesse automatisieren, sagte er am Mittwoch vor den Beschäftigten. „Klar ist: dadurch werden auch in der Verwaltung Arbeitsplätze wegfallen.“ Dies werde etwa über Altersteilzeit sozialverträglich gelöst werden. Diess betonte, er stehe zur Beschäftigungssicherung bis 2025. Dennoch gebe es keine Alternative: „Wir müssen mit unseren Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können.“

Sorge um VW-Arbeitsplätze: Betriebsrat fordert Beschäftigungssicherung

Update vom 20. März, 10.56 Uhr: Mehrere große Wirtschaftsunternehmen haben den Bund zum schnelleren Umstieg auf Elektromobilität aufgefordert. Dies werde „den Kampf gegen den Klimawandel stärken, der Luftverschmutzung in deutschen Städten entgegenwirken sowie die Führungsrolle Deutschlands als globalem Autohersteller sichern“. Das schrieben die Energiekonzerne Eon und Vattenfall, die Handelsketten Metro und Ingka Group (früher Ikea) sowie das Fuhrpark-Leasingunternehmen Leaseplan in einer gemeinsamen Mitteilung. Unterdessen sollen sich dem Vernehmen nach am Mittwoch die Chefs der deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW mit dem Branchenverband VDA zusammenschalten. Dabei wollen sie ausloten, ob sich eine gemeinsame Linie beim Umbau der Mobilität finden lasse. So hatte VW kürzlich ein Strategiepapier vorgelegt, in dem die Wolfsburger kritisieren, die bisherigen Pläne zur Verkaufsförderung sowie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos reichten nicht aus. 

VW-Mitarbeiter betreten das Gelände vom Volkswagen-Werk. 

Volkswagen: Sorge um Arbeitsplätze - Großer Andrang bei Betriebsversammlung

Update vom 20. März, 9.01 Uhr: Großer Andrang bei der VW-Betriebsversammlung: Es sei deutlich voller als normalerweise, hieß es am Mittwoch in Teilnehmerkreisen in Wolfsburg. Die Halle 11 im Stammwerk müsse geschlossen werden, viele Menschen verfolgten das Geschehen von draußen über Bildschirme. Bis zu 20.000 Mitarbeiter wurden erwartet. Ebenfalls im Publikum: der nach dem Abgas-Skandal eingesetzte US-Aufseher Larry Thompson. Die Beschäftigten sorgen sich um ihre Jobs: In der vergangenen Woche hatte Volkswagen angekündigt, dass in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 5000 bis 7000 Stellen wegfallen sollen.

Das Ziel: ab 2023 sollen die Kosten weiter gesenkt und eine Gewinnverbesserung von 5,9 Milliarden Euro jährlich erzielt werden. Der bei der Kernmarke VW Pkw fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter sieht in den kommenden drei Jahren das Potenzial sogar bei rund 11.000 Jobs weniger.

Sowohl VW-Konzernchef Herbert Diess als auch Betriebsratsboss Bernd Osterloh wollen zur Belegschaft sprechen. Immerhin: die bis 2025 geltende Beschäftigungssicherung bekräftigte der Autobauer in der vergangenen Woche.

Update vom 18. März: Die Oberlandesgerichte München und Stuttgart haben Schadenersatzforderungen von Dieselauto-Käufern gegen Autohändler als verjährt angesehen, wenn sie später als zwei Jahre nach der Auslieferung eingereicht wurden. Zwei Kläger, die 2014 einen Audi beziehungsweise 2011 einen Skoda mit VW-Dieselmotor gekauft hatten, hätten deshalb keine Aussicht mehr auf Schadenersatz, heißt es in Hinweisbeschlüssen der Gerichte. Der Münchner Kläger habe seine Berufung inzwischen zurückgenommen, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag.

Viele Autokäufer können sich Ausgleichszahlungen für ihr Dieselfahrzeug abschminken. Zumindest, wenn die Verjährung eingetreten ist.

Ein VW-Sprecher sagte, der Beschluss betreffe rund 500 laufende Verfahren gegen Autohändler. Laut VW sind derzeit noch etwa 50.000 Verfahren anhängig, die meisten davon gegen den Konzern. Gegen Händler liefen bundesweit noch etwa 2000 Verfahren.

Für Autobesitzer, deren Klage wegen Mängelgewährleistung gegen Autohändler abgewiesen wurde, könnten aber noch die Volkswagen AG wegen arglistiger Täuschung auf Schadenersatz verklagen, sagte die Anwältin Nuriye Yildirim in München. Sie ist Geschäftsführerin der Kanzlei 21legal, die rund 1600 Diesel-Klagen gegen VW vertritt.

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Konzern bestätigt: Volkswagen will bis zu 7000 Stellen streichen

Update vom 13. März: Der Volkswagen-Konzern will bei seiner Kernmarke VW Pkw in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 5000 bis 7000 Stellen streichen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mit.

9.01 Uhr: Der Volkswagen-Konzern will noch deutlich mehr Elektromodelle auf den Markt bringen als bisher geplant. Bis 2028 sollen fast 70 neue E-Autos in den Verkauf gehen, wie der Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Bisher hatte VW von 50 E-Modellen gesprochen. In den kommenden zehn Jahren will VW dann 22 Millionen Elektroautos auf eigenen Plattformen bauen statt bisher geplant 15 Millionen.

„Um die notwendigen Investitionen für die E-Offensive tätigen zu können, müssen wir unsere Effizienz und unsere Performance in allen Bereichen weiter steigern“, sagte VW-Konzernchef Herbert Diess. Volkswagen will in den kommenden fünf Jahren 44 Milliarden Euro in neue Technik wie E-Antriebe, autonomes Fahren und Digitalisierung stecken. Im nächsten Jahrzehnt greifen in der EU härtere Vorschriften für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid. Autohersteller müssen daher die Elektromobilität ausbauen, um Strafzahlungen zu vermeiden.

Streichkonzert bei Volkswagen 

Mega-Gehalt: So viel verdient VW-Chef Diess

Update vom 12. März, 8.42 Uhr: Nach seinem Wechsel an die VW-Konzernspitze hat Herbert Diess deutlich mehr Geld verdient. Die Zuwendungen für den Vorstandschef beliefen sich 2018 auf rund 8,2 Millionen Euro, wie aus dem am Dienstag in Wolfsburg vorgestellten Geschäftsbericht hervorgeht. Im Jahr zuvor hatte Diess als Markenvorstand von Volkswagen-Pkw 5,6 Millionen Euro verdient. 2018 übernahm der 60-Jährige im April das Amt von Matthias Müller.

In den vergangenen Jahren hatten Boni für VW-Manager angesichts der Dieselkrise immer wieder Kritik ausgelöst. Der Konzern reformierte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter. Seitdem gibt es für den Vorstandschef eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen strikter aus und orientieren sich teils an der künftigen Entwicklung.

Wegen Krise: Porsche mit hartem Urteil

18.31 Uhr: Volkswagen-Großaktionär Wolfgang Porsche geht mit seinem Unternehmen hart ins Gericht. „Die größten Herausforderungen sehe ich bei der Marke Volkswagen. Die Verwaltungskosten sind hoch. Wir haben Speck angesetzt“, sagte Porsche am Rande des Genfer Autosalons. „Ich stehe voll hinter dem Vorstand, wenn er das Unternehmen neu ausrichtet.“

Die Fertigungstiefe müsse auf den Prüfstand, VW könne nicht alles selbst machen und erfinden. Der Autobauer bilde jedes Jahr 1500 Lehrlinge aus, ohne zu wissen, wo sie eingesetzt würden. „Wir sind nicht das Paradies, sondern ein Unternehmen. Alle Investitionen müssen sich rechnen“, sagte Porsche. „Als Anteilseigner kann ich nur mit Nachdruck darauf verweisen, dass wir flexibler und effizienter werden müssen.“

Wolfgang Porsche über Audi: „Nicht mehr profitabel genug“

Auch die Konzerntochter „Audi ist nicht mehr profitabel genug. Der Vorstand muss jetzt verstärkt sparen und das Unternehmen schlanker aufstellen“, forderte Wolfgang Porsche. Neue Wettbewerber aus China kämen auf den Markt, deshalb müsse auch Audi günstiger produzieren. „Audi hat Speck angesetzt. Bram Schot und der Vorstand haben das erkannt und steuern dagegen.“

Wolfgang Porsche ist Sprecher der Eigentümerfamilie, die über die Porsche-SE-Holding die Mehrheit der Stimmrechte am Volkswagen-Konzern kontrolliert.

Trotz VW-Krise: Rund 100.000 Beschäftigte können sich über Bonus freuen 

13.14 Uhr: Die rund 100.000 Tarifbeschäftigten des Autobauers Volkswagen können sich über einen satten Zuwachs beim Bonus freuen. Wie der Betriebsrat am Dienstag in seiner Zeitung "Mitbestimmen" schrieb, erhalten die Mitarbeiter für das vergangene Jahr eine Erfolgsbeteiligung von 4.750 Euro. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bonus ist im Vergleich zum Konzernergebnis überdurchschnittlich ausgefallen. Der Umsatz war 2018 im Vergleich zu 2017 um 2,7 Prozent auf 235,9 Milliarden Euro gestiegen. Als Gewinn blieben unter dem Strich 12,2 Milliarden Euro (plus sechs Prozent).

"2018 war für die Kolleginnen und Kollegen ein hartes Jahr", erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh. "Ich erinnere nur an Schichtabsagen, umgestoßene Produktionsprogramme und Verwirbelungen in allen Fabriken." Volkswagen hatte im zweiten Halbjahr 2018 vor allem mit der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP zu kämpfen. So musste der Konzern beispielsweise tausende noch nicht zugelassene Fahrzeuge am Berliner Flughafen zwischenparken.

Die Krise wirkt immer noch nach: Mit 4750 Euro liegt der Bonus immer noch unter dem langfristigen Durchschnitt von 5300 Euro. Im Jahr 2012 zum Beispiel hatten die Beschäftigten noch 7500 Euro erhalten.

VW-Technik für Elektroautos steht auch anderen Herstellern offen

Update vom 5. März, 9.04 Uhr: Volkswagen will seine Technik für Elektroautos auch anderen Herstellern anbieten. So könne ein neuer Standard für die Elektromobilität entstehen, was die Kosten insgesamt senken könnte, teilte VW am Montagabend am Vorabend des Genfer Autosalons mit. Vorstandschef Herbert Diess sagte, es gebe bereits Gespräche mit Ford über die Möglichkeit einer Lizenzvergabe. Erster Partner ist das Aachener Startup e.Go Mobile, ein Pionier der Elektromobilität.

Die neue Generation von Elektroautos von Volkswagen basiert auf dem Elektrifizierungsbaukasten MEB. Die ersten Modelle sollen Ende dieses Jahres herauskommen.

Volkswagen will bis 2023 rund 30 Milliarden Euro in die Entwicklung und den Bau von Elektroautos stecken. Bis 2025 sollen fast ein Viertel aller Modelle elektrisch angetrieben sein.

Diess sagte am Montagabend in den "Tagesthemen", VW sehe sich als Vorreiter bei erschwinglicher Elektromobilität". Anfang 2020 werde der erste Wagen aus der ID-Familie vom Band rollen - der ID sei der "Golf des Elektrozeitalters" und werde unter 30.00 Euro kosten. Das VW-Produkt werde es "Kunden schwer machen, sich gegen das Elektrofahrzeug zu entscheiden". Diess sagte auch, VW erwäge, ein Werk für Batterien in Deutschland zu bauen.

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VW-Chef Diess fürchtet Milliardenschaden durch US-Zölle

11.32 Uhr: US-Strafzölle auf importierte Autos könnten Volkswagen milliardenschwere Einbußen bringen. Das bestätigte VW-Chef Herbert Diess gegenüber der "Financial Times". Angesprochen auf eine Schätzung, wonach die Belastungen für den Konzern mehr als 2,5 Milliarden Euro betragen könnten, sagte er: "Im schlimmsten Fall wäre das wahrscheinlich nahe an der tatsächlichen Zahl."

Das US-Handelsministerium hatte am Wochenende einen Prüfbericht über die Bedrohung der nationalen Sicherheit durch die Auto-Importe an US-Präsident Donald Trump übergeben. Innerhalb von 90 Tagen muss er nun entscheiden, ob er auf dieser Grundlage Zölle von bis zu 25 Prozent auf Auto-Einfuhren verhängt.

VW ändert sein Logo

Update vom 21.2., 8.45 Uhr: Noch ist das neue Logo geheim, doch schon jetzt steht fest, dass VW im Laufe des Jahres sein Emblem-Design verändern wird. Einem Bericht der "WirtschaftsWoche" zufolge soll das neue VW-Logo künftig ohne den bisherigen 3-D-Effekt auskommen und so an das schlankere Markenzeichen erinnern, das Volkswagen in der Nachkriegszeit nutzte. Gleichzeitig besinne sich Volkswagen so auf "die großartige Ära des VW Käfers", wird ein Volkswagen-Insider zitiert. Das neue VW-Logo stehe für den Aufbruch in die digitale und elektrische Zukunft: „Das neue Logo funktioniert mit seiner Schlichtheit auf Bildschirmen viel besser." Einen Namen soll es im übrigen bereits im März bekommen. Bislang trägt das Modell die vorläufige Bezeichnung ID Neo.

Vor allem bei den E-Modellen solle das zweidimensionale und von hinten beleuchtete VW-Logo "seine Stärken ausspielen". Das erste Elektroauto mit dem neuen Logo soll Ende des Jahres im VW-Werk Zwickau vom Band laufen. Aus Marketingkreisen heißt es, dass das Auto "ID.3" heißen soll.

Das aktuelle VW-Logo.

Update vom 19.2.: Im VW-Dieselskandal rückt ein Verfahren am Bundesgerichtshof näher. Das Oberlandesgericht Braunschweig wies am Dienstag zwar die Schadenersatzforderung eines VW-Kunden zurück, ließ aber eine Revision zu. Weil Vertreter des Rechtsdienstleisters Myright umgehend den Schritt vor das oberste deutsche Zivilgericht ankündigten, könnte der Fall zum ersten Diesel-Verfahren gegen die Volkswagen AG werden, das vom Bundesgerichtshof verhandelt wird.

Sensationsurteil: VW-Händler muss Auto wegen Diesel-Schummeleien zurücknehmen

Video: VW-Diesel-Skandal kommt vor Bundesgerichtshof (BGH)

Myright hat nach eigenen Angaben die Ansprüche von insgesamt knapp 45 000 Dieselbesitzern gesammelt. Ende Februar wird der BGH voraussichtlich über die erste Dieselfahrer-Klage gegen einen VW-Händler verhandeln.

In dem konkreten Einzelfall forderte der Kläger am OLG Braunschweig Schadenersatz für sein 2010 für rund 41 000 Euro gekauftes Auto. Mit dieser Forderung war er im Sommer 2018 beim Landgericht Braunschweig gescheitert. Die Abweisung der Berufung (Az.: 7 U 134/17) ist das erste Urteil des Oberlandesgerichts Braunschweig im Zuge des Abgas-Skandals. Die Berufung sei zwar zulässig, aber unbegründet, sagte Richterin Christa Niestroj.

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News vom 14. Februar: VW Pkw liefert im Januar weniger Autos aus

12.26 Uhr: Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw hat nach dem starken Jahr 2018 im Januar deutlich weniger Autos ausgeliefert. Weltweit gingen in dem Monat 515 500 Fahrzeuge an die Kunden - 3,4 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. In Westeuropa gab es einen Rückgang um 4,8 Prozent auf 112 200 Fahrzeuge, in Nordamerika wurden 38 100 und damit 8,6 Prozent weniger Autos ausgeliefert. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China lieferte VW 287 900 Autos aus - ein Rückgang um 3,1 Prozent. Auf dem deutschen Heimatmarkt lag das Minus mit 39 300 Autos bei 9,2 Prozent.

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Deutlich höhere Auslieferungszahlen in Russland (plus 10,9 Prozent) und Brasilien (plus 10,8 Prozent) hätten die Rückgänge nicht ausgleichen können, teilte VW mit. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann erklärte: „Das Rekordniveau des Januar 2018 haben wir dieses Jahr erwartungsgemäß nicht ganz erreicht. In China hat Volkswagen in einem anhaltend verunsicherten Gesamtmarkt trotz rückläufiger Auslieferungen Marktanteile hinzu gewonnen.“ Der Auftragsbestand sei hoch, betonte er. Neue Modelle wie der T-Cross und der aufgefrischte Passat sollten in den kommenden Monaten „für Rückenwind sorgen“.

VW-Rückruf: Volkswagen ruft 350.000 Polos zurück

9.41 Uhr: Wolfsburg - Der Autohersteller Volkswagen ruft weltweit rund 350.000 Autos in die Werkstätten zurück - aus einem wichtigen Grund. Bei den Fahrzeugen von Typ Polo der Modelljahre 2018 und 2019 sollen die Handbremsen überprüft werden, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag sagte.

Volkswagen ruft Polos zurück.

Er bestätigte damit einen Bericht der Fachzeitschrift "Kfz-Betrieb". Demnach sind in Deutschland etwa 65.000 Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen.

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Auch interessant: Nach Kursturbulenzen und Berichten über mögliche Bilanzierungsverstöße droht dem Zahlungsdienstleister Wirecard rechtlicher Ärger in den USA. Die ersten Sammelklagen wegen angeblicher Verstöße gegen Wertpapiergesetze wurden bereits eingereicht, weitere könnten schnell folgen. Mehrere US-Kanzleien haben in den vergangenen Tagen Aufrufe gestartet, um von Kursverlusten betroffene Anleger als Mandanten zusammenzutrommeln. Das Dax-Unternehmen war bis zum Dienstagabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bayern lehnt Diesel-Fahrverbote für München ab

Unter den Anwaltsfirmen, die Wirecard ins Visier nehmen, ist auch die bekannte US-Kanzlei Hagens Berman, die schon etlichen anderen Konzernen wie etwa Volkswagen im „Dieselgate“-Skandal zu schaffen machte. „Wir konzentrieren uns auf Verluste von Investoren, das Ausmaß, in dem die Unternehmensführung an Luftbuchungen beteiligt gewesen sein könnte, und die Frage, ob Anleger womöglich in die Irre geführt wurden“, teilte Hagens-Berman-Partner Reed Kathrein mit.

afp, dpa

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